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Wulf Bernotat hat Märkte, Klima und Eon im Griff
abgelegt im Archiv Namen von Heidi P. Trabert am 17.10.07
Wulf Bernotat hat Märkte, Klima und Eon im Griff
Eon wird gut gemanagt. Zu dieser Überzeugung bin ich gekommen, nachdem ich ein Interview mit Eon-Chef Wulf Bernotat in der FAZ am Sonntag gelesen habe. Besonders interessant und lobenswert finde ich, wie sehr er sein Unternehmen auf die Bedürfnisse seiner Eigentümer ausrichtet - und den Kurs steigert. So sollte es sein, auch wenn er nicht so oft daran denken mag, wie er behauptet. Man kann strategisch mit ihm hadern, man mag seine Atomkraftwerke nicht mögen, doch der Eon-Chef weiß offenbar genau, was er tut und warum er es tut. Er lässt sich nicht von Klischees in der Öffentlichkeit leiten, sondern von den Wünschen und Interessen seiner Investoren. Die wollen dividende und Wertsteigerung. Genau das bringt er. So viel Konsequenz ist selten zu finden. Ein paar Zitate?



Besonders beeindruckt haben mich folgende Sätze von Bernotat.

Wie pflegt er Investoren?
"Ich kenne den Markt. Ich habe gelernt, wie Investoren und Analysten denken und entscheiden, als ich Stinnes an die Börse gebracht habe. Ich weiß, was sie an Informationen brauche und versehe ihre Anliegen."

"Vor allem angelsächsische Investoren wollen zumindest einmal im Jahr dem CEO in die Augen sehen und feststellen, ob er der richtige Mann ist und die richtige Strategie hat."

Wie gewinnt man das Vertrauen der Investoren?
"Durch Liefertreue. Man muss immer liefern, was man versprochen hat. Sonst ist man untendurch."

Was bringen ihm Roadshows?
"Ich habe in solchen Konferenzen immer viel gelernt. Da werden hochintelligente Fragen gestellt, die auch neue Sichtweisen auf unser Unternehmen eröffnen. Diese Diskussionen machen mir viel Freude. Vor allem Hedge-Fonds haben eine beeindruckende Analysefähigkeit."

Wie oft schaut er den Eon-Kurs?
"Schon häufig. Vielleicht fünf-, sechsmal am Tag. Selbst in Meetings greife ich gelegentlich zum Blackberry, um den Kurs abzufragen."

Nimmt er die Börse nicht zu wichtig?
"Das glaube ich nicht. Wir sprechen schließlich nicht mit einem abstrakten Kapitalmarkt. Wir sprechen mit unseren Eigentümern. Aber es ist auch eine Erfolgskontrolle. Wie können wir den Kurs nach oben bringen, warum verlieren wir gerade jetzt im Kurs? Wenn wir am Ende einer Roadshow schlecht abschneiden, dann gehen wir manchmal auch zurück, um Informationen zu vertiefen oder nachzuliefern."

Wie heizt er selbst?
Wir heizen zu Hause mit Erdwärme und Solarenergie."

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