Worst Case Szenario für den Yen Carry Trade?
abgelegt im Archiv Währungen am 05.02.07
In einem aktuellen Beitrag bei boerse.de beschriebt Robert Rethfeld den Mechanismus hinter den berühmt-berüchtigten Carry Trades. Ein beliebtes Objekt dieser - eigentlich - arbitrage ist der japanische Yen bzw. die japanischen Kredite.
Denn hier ist dank der anti-deflationären Politik der Bank of Japan die Diskrepanz zwischen den Zinsen für die Kreditaufnahme und die Möglichkeiten für Anlage in festverzinslichen Papieren anderswo, besonders ausgeprägt.
Wie fast jede Finanzkonstruktion bestehen auch bei den Carry Trades Risiken. Robert Rethfeld fasst sie kurz zusammen:
Zum einen, natürlich, die Entwicklungen an der Zinsfront in beiden Ländern. Sollten die japanischen Zinsen steigen und/oder etwa die US-amerikanischen fallen, verschlechtern sich die Bedingungen für neue Carry Trades und die alten (besonders die jüngsten) können ins Minus rutschen.
Zum anderen unterliegt der Carry Trade ein Währungsrisiko: die aufgenommenen Kredite (sprich Schulden) müssen ja irgendwann zurückgezahlt werden, und zwar in der entsprechenden Währung (in unserem Fall Yen). Zwischenzeitlich sind aber die Gelder in einer anderen Währung angelegt (z.B. US Dollar). Stiege der Yen etwas stärker, mindert er rapide die Gewinne aus der Zinsdifferenz. Ein Gegensteuern wird bald erforderlich.
Somit zeichnet sich ein Worst Case Szenario für die Yen-Carry-Trades:
Die Konjunktur in Japan zieht an. Die Bank of Japan erklärt die Anti-Deflations-Politik für beendet. Sie hebt den Leitzins in der Folge mehrmals an. Gleichzeitig fallen die langfristigen Renditen in den USA aufgrund einer wirtschaftlichen Schwächephase, die in eine US-Rezession mündet. Und schließlich steigt der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar an, weil zunehmend Liquidität in den gesünder werdenden japanischen Wirtschaftsraum investiert wird.
Carry on, Carry Trade!
Robert Rethfeld führt an, dass eine solche Konstellation durchaus möglich ist. Und dass sie gefährlich sein kann, haben wir wohl kurzzeitig letztes Jahr im Frühsommer zu sehen bekommen (damals schrieb Gottfried Heller und ich im Boersennotizbuch).
Jetzt bloß keine Angst, aber die Entwicklungen, die auf dieses Worst Case hinweisen könnten, sollen aufmerksam verfolgt werden.

Permalink: Worst Case Szenario für den Yen Carry Trade?
Tags: Bank of Japan Carry Trade Zinsen Arbitrage Gefahr Waehrungen Yen Dollar Bonds Entwicklung Aufmerksam
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Kommentar von:
egghat
(05.02.07 18:36 Uhr)
Kommentar von:
Daniel
(03.02.08 19:16 Uhr)
Ich war mal so frei, mich in meinem Blog unter http://www.investmentsparen.net/blog/geldanlage/wie-anleger-von-der-fi
nanzkrise-profitieren.html
auf die hier gemachten Erklärungen zu Carry-Trades zu beziehen.
nanzkrise-profitieren.html
auf die hier gemachten Erklärungen zu Carry-Trades zu beziehen.
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ich denke auch, dass eine der kräftigsten Bewegungen (und damit profitabelsten) im Yen passieren könnte. Vielleicht war das heute schon der Anfang.
Siehe http://egghat.blogspot.com/2007/01/devisenverwerfungen.html
http://egghat.blogspot.com/2007/01/alles-redet-ber-den-dollar-der-yen-
fllt.html
Möglicherweise ist auch das ein Auslöser (oder die Folge) der von mir ebenfalls durchaus erwarteten Schwäche der asiatischen Börsen.
Bye egghat.