Wo Schnäppchenjäger zuerst nach günstigen Aktien suchen und was sie meiden
abgelegt im Archiv Analysen am 24.06.07

Na, erkennt sich da jemand wieder? Die Grafik ist aus dem Buch von Max Otte und Jens castner - Die Superinvestoren aus Graham- und Doddsville.
Aber zum Thema: Solche Börsenprognosen wie jene von dem Neue-Markt-Geschädigten Bernd Niquet möchte ich künftig öfter lesen. Denn dann geht die Aktienhausse bestimmt weiter, weil viele es zu gerne glauben möchten. Er könne es natürlich nicht verhehlen, dass er grundsätzlich für die Märkte pessimistisch sei: "Dieser Pessimismus speist sich einfach aus dem Gefühl, dass eine Sache, die an einem absoluten Höhepunkt steht und überdies außerordentlich optimistisch betrachtet wird, nicht mehr zulegen kann und irgendwann einmal böse einknicken wird. Das ist natürlich nur ein Gefühl." Er jedoch handle ausschließlich danach. "Denn mein Gefühl ist es, dass die Menschen grundsätzlich mit ihren Einschätzungen der Dinge falsch liegen."
Niquet hat sich nun entschieden, zum Rentner zu werden. "Ich nehme mein Geld vom Spieltisch, ich investiere nicht mehr, ich gehe das Risiko nicht mehr ein." Und nun wartet er darauf, dass alle anderen es ihm nachmachen. Um dann wieder mitzumachen.
Eine merkwürdige Logik ist das, aber zum Glück denken viele private Anleger derart um die Ecke. Sie stecken ihr Geld bekanntlich in Geldmarktfonds oder auf Tagesgeldkonten, sie haben Angst vor den großen Zahlen des Dax und vergessen, logisch zu denken. Die entscheidende Frage ist doch: Sind Aktien noch günstig, und vor allem welche sind es noch?
Günstige Aktien gibt es überall, man muss sie nur finden. Und damit keiner umsonst sucht, habe ich hier wieder eine Zehnerliste für Anfänger. Vielleicht erweckt das ja selbst einen wie Niquet. Die Checkliste, die ich in dem Buch von Max Otte und Jens Castner gefunden habe - Deutsche Superinvestoren aus Graham- und Doddsville:
1.Branchen, die aus der Mode geraten sind
2.Branchen mit wenig Wachstum
3.Regionen und Branchen mit Problemen
4.Unternehmen mit finanziellen, rechtlichen und sonstigen Problemen
5.Neue Tiefststände bei den Kursen
6.Aktien mit massiven Kursverlusten
7.Abspaltungen von großen Konzernen
8.Privatisierungen
9.Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung
10.Andere Value-Investoren
Der letzte Punkt ist vielleicht der am wenigsten Kreative, aber seien wir ehrlich: Investoren schauen doch gerne voneinander ab. Also schaut gelegentlich doch mal auf die Internetseite der Gurus: www.gurufocus.com
Hier die Liste der Gurus und ihrer Aktien.
Ach ja, es gibt natürlich auch Bereiche, mit denen Anleger schnell auf die Nase fallen. Was wohl auch Niquet meiden würde:
1.Börsengänge
2.Unternehmen, deren Management sich aktionärsfreundlich gibt, aber tatsächlich nur an sich selbst denkt
3.Unternehmen, die häufig ihr Kapital erhöhen, ohne dies schlüssig zu begründen
4.Unternehmen mit mehreren Klassen von Aktien
5.Unternehmen mit einer schlechten Bilanzstruktur
6.Kapitalintensive Unternehmen
7.Unternehmen, die laufend "Kostenoffensiven" oder "Kundenoffensiven" starten oder die sich laufend neu erfinden
8.Unternehmen, deren Gewinne stark über den erwirtschafteten Barmitteln liegen
9.Unternehmen, die sehr stark von Regierungsaufträgen abhängen
Tags: Value Börse Buffett Aktien Graham Dodd
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Kommentar von:
wolfgang Enseleit
(28.06.07 10:38 Uhr)
Kommentar von:
von marktschreiern notiertes
Im Boersenweblog habe ich ein interessantes Bild gefunden.
Das Bild gliedert Sentiments der Privatanleger in 6 sich wiederholende Zyklen.
Die Lage ist so ernst, dass es auf absehbare Zeit keine Besserung gibt
Vielleicht gibt es ja einen Aufschwung
Es...
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