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Buchtipp
von Heidi P. Trabert am 08.07.07

In Amerika ist sein Buch angeblich Kult. Dass es hier erst zehn Jahre später erscheint, wundert mich nicht. Denn seine Strategien sind ziemlich speziell und eher für erfahrene Investoren geeignet. Keine Frage, im Grundsatz folge ich Greenblatt, wenn er schreibt: "Wenn man vorhat, den Markt zu übertreffen - ihn zu schlagen, dann ist ein Doktortitel kaum von Nutzen." Denn: "Tatsächlich geht die gelehrteste wissenschaftliche Theorie von folgender Prämisse aus: Man kann den Markt nur über längere Zeit übertreffen, wenn man Glück hat."
Greenblatt findet viele Argumente, warum das im Einzelfall nicht gilt. Sein Weg: Anleger müssen vom Mainstream abweichen und abseits der ausgetretenen Pfade nach Investmentgelegenheiten suchen. "Diese Orte mögen schwerer zu finden sein, aber wenn man sie einmal gefunden hat, sorgt der Mangel an informierten Sammlern dafür, dass man die Chance hat, ineffizient gepreiste Schnäppchen zu finden."
Greenspan wühlt am liebsten im Börsendreck. Er schaut sich zum Beispiel gerne Abspaltungen von großen Unternehmen an. Oft werden sie unterschätzt und entwickeln sich nach einer Weile großartig. In Deutschland wäre Lanxess, eine Spezialchemie-Abspaltung von Bayer, solch ein Beispiel. Oder er schaut auf Fusionen, was ja derzeit sehr beliebt ist und interessiert sich für deren Abfallprodukte, die keiner haben will. Er warnt allerdings davor, nach der Ankündigung einer Übernahme noch auf höhere Preise zu spekulieren.
Schließlich: Bankrott, Insolvenz, Pleite. Solche Artikel werde ich künftig auch mit Vorliebe lesen und mich freuen, wenn Aktien fallen. Vielleicht finde ich ja dann auch das eine oder andere Schnäppchen. Greenblatt: "Bankrotte können einmalige Investmentchancen hervorbringen - aber seien Sie wählerisch." Auch Restrukturierungen eines Unternehmens könnten "ungeheure Werte offenbaren". Sein Tipp: "Suchen Sie nach Situationen mit begrenztem Verlustrisiko, mit einem attraktiven Geschäft als Schwerpunkt der Restrukturierung und mit einer durch Anreize motivierten Führungsmannschaft." Dabei sollte man auf einen Katalysator achten, der die Gewinne und dann auch die Kurse an der Börse ins Rollen bringen könnte. Wichtig dabei: "Achten Sie darauf, dass die Restrukturierung im Verhältnis zur Unternehmensgröße umfangreich ist."
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