Was man noch bei der Analyse des Euro-Wechselkurses beachten sollte
abgelegt im Archiv Währungen am 20.11.06
Seitdem der Euro an den börsen steigt, sind so gut wie alle Bedenken an der Einheitswährung vergessen. So leicht machen es sich die Investoren manchmal.
Vor nicht allzu langer Zeit hieß es, dieser Konglomerat aus politisch unabhängigen Staaten, die sich auch wirtschaftlich mit ganz unterschiedlichen Geschwindigkeiten entwickeln, große Divergenzen bei den Lohnkosten und letztendlich zum Teil deutlich unterschiedliche Inflationsraten haben, können kaum durch eine einheitliche, zentrale Geldpolitik vernünftig bedient werden.
Und noch die recht verkrusteten Arbeitsmarktstrukturen, Brüsseler und nationale Bürokratien, schwache Wirtschaftsdynamik z.B. im Vergleich zu den USA etc. etc. Es gab anscheinend eine unendliche Reihe von Argumenten, die damals das massive Absinken des Euro gegenüber dem Dollar rechtfertigte.
Nun ist alles vergessen. Jetzt steht der Dollar scheinbar vorm Abgrund und der Euro glänzt.
Hierzu verweist die Financial Times Deutschland auf eine neue Untersuchung für die Eurozone: EU warnt vor Risiken für den Euro. Hinter der Fassade sind offensichtlich die alten Probleme (oder waren es keine Probleme?) gar und gar nicht verschwunden.
Wenn man also eine pro-Euro Einstellung (börsentechnisch) bezieht, sollte sich im klaren sein, dass wir es immer noch mit einem Experiment zu tun haben, und dass an den Finanzmärkten die Stimmungen recht schnell umschlagen können.

Tags: Euro Waehrungen Experiment Probleme Divergenzen Staaten Eurozone Boerse Spekulation Stimmung Sentime
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