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Vermögensverwalter Thomas Grüner wider die ewigen Crashpropheten
abgelegt im Archiv Gesamtmarkt von Heidi P. Trabert am 15.08.07
Vermögensverwalter Thomas Grüner wider die ewigen Crashpropheten
"Die Angst ist zurück!" So überschreibt der Vermögensverwalter Thomas Grüner seine sehr lesenswerte Studie zur Lage an den Finanzmärkten. Für ihn es es ein gutes Zeichen, dass nun die Medien die Anleger wieder mit Schlagzeilen verunsichern, wie: "Geld zerstört die Welt" (Stern). Der Partner des großen amerikanischen Vermögensverwalters und Finanzgurus Ken fisher lässt sich von der hiesigen Panikmache jedoch nicht beirren: "Heftige, dynamische und schnell ablaufende Korrekturen sind typisch für Bullenmärkte!" Zwar sollten Anleger aktuell vorsichtig sein. Doch letztlich werde durch das aktuelle, stärkere Auf und Ab die "Basis für den nächsten dynamischen Aufschwung" gelegt. Warum?



Bärenmärkte begännen eher schleichend und von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt, meint Grüner. Sie würden oft als "Nachkaufchancen" oder als "neue Ära" bezeichnet. Die aktuelle Situation sei dagegen typisch für einen Bullenmarkt. Noch immer wirke das Trauma der Jahre 2000 bis 2003 nach. Kein Wunder also, dass die "ewigen Crash-Propheten, die in den Jahren 2003 bis 2007 extrem falsch mit ihren Aussagen lagen," nun wieder gefragte Interviewpartner sind. Deren Untergangsszenarien würden auch wieder gerne zitiert. "Vergessen Sie das!", hält Grüner dagegen. "Heftige Korrektur ja, beginnender Bärenmarkt nein."

Die Liquiditätskrise unter den Banken sieht er als vorübergehendes Phänomen an. Eine echte Gefahr für die Märkte entstehe erst, wenn die aktuelle Neubewertung vieler Kredite und Anleihen zu einem allgemeinen Risikoaufschlag an den Anleihemärkten für erstklassige Schuldner mit hoher Bonität wie Staatsanleihen führen würde. Bisher gebe es dafür jedoch keine Anzeichen, im Gegenteil: Die Renditen langlaufender Anleihen sanken zuletzt.

Der eigentliche Kern des Problems liegt für Grüner darin, dass die Anleger zu viele Derivate, sprich Zertifikate von den Banken kaufen. Das ist solange kein Problem, wie nicht eine Bank mal über die Wupper geht. Er sagt angesichts des Zertifikate-Booms: "Privatanleger sind oft Hedge-Fonds-Manager, ohne es zu wissen."

Für Aktien spricht
1.Die Wirtschaft schwimmt im Geld und kauft weiter Aktien zurück
2.Das Angebot an Aktien verringert sich in Rekordtempo weiter durch Fusionen und Übernahmen, die in bar bezahlt werden
3.Das dritte Jahr in einem amerikanischen Präsidentschaftszyklus ist alles andere als negativ, sondern sehr ertragreich
4.Es ist nicht viel passiert, denn die Erwartungen der Privatanleger wie der Profis vom Jahresanfang sind für dieses Aktienjahr ja bereits übertroffen worden
5.Korrekturen sind typisch für Bullenmärkte
6.Positive Aktienjahre werden meist unterschätzt: Fünf oder sechs positive Jahre sind keine Seltenheit, auch wenn dies derzeit gerne als negativer Aspekt für 2007 und 2008 angeführt wird

Und wie zur Bestätigung für meinen viel gelesenen Steinbrück-Blog meint Grüner auch, dass die wahren Risiken übersehen werden. Diese lägen in den Haushaltsplänen der Regierung. Kurz gesagt: Schulden sind gut für die Börse, Haushaltsüberschüsse dagegen eher schlecht.

Die Analysen von Thomas Grüner
mein viel gelesener Steinbrück-Blog
Meine Fisher/Grüner-Blogs
eins
zwei
drei

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Tags: Grüner  Fisher  Aktien  Börse 
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