Vermögensverwalter Ken Fisher trommelt für die grandiose Herbstrally
abgelegt im Archiv Gesamtmarkt am 14.09.07
"Es gibt keine Kreditverknappung!" Unter dieser Überschrift veröffentlichte der bekannte und genauso erfolgreiche Vermögensverwalter Ken Fisher einen Gastkommentar im Handelsblatt. Mit diesem Text wird er seinem Ruf als Querdenker der Märkte vollauf gerecht. Wie in seinem Buch empfohlen stellt er sich die alles entscheidende Frage: Was läuft hier eigentlich falsch? Es ist die Hysterie, dass die Kreditkrise in Amerika die Aktienmärkte in eine baisse führen könnte. "Unsinn"!, reagiert der Amerikaner Fisher gewohnt drastisch. "Lassen Sie sich nicht verunsichern und verpassen Sie nicht die bevorstehende Herbstrally." Recht hat er!
Fisher betrachtet die Kursverluste an den Börsen wie sein Freund und Partner Thomas Grüner aus Rodenbach nur als eine vorübergehende Korrektur. Zwar sind die Kursverluste kurz und heftig und alles könnte ja in einer Katastrophe enden. Doch die kann wieder einmal im letzten Moment abgewendet werden. Durch wen wohl? Na klar: Helikopter-Ben Bernanke, den amerikanischen Notenbankchef, der in der kommenden Woche wahrscheinlich zum ersten Mal die Zinsen senken wird. Und bei Bedarf sicher auch keine Hemmungen hat, dies noch einmal zu tun.
Und überhaupt: Ist die Kreditkrise nicht sogar belanglos? Ken Fisher glaubt das. "Es gibt gar keine echte Krise." Eine wirkliche Kreditkrise manifestiere sich in Renditedifferenzen zwischen Anleihen derselben Laufzeit mit und ohne Ausfallrisiko. Treten da große Unterschiede auf, sei dies ein sicheres Warnzeichen für eine bevorstehende Baisse. Doch derzeit passiert nicht viel. Zwar sind die Renditeabstände größer geworden, doch in echten Kreditkrisen und seien sie dreimal so hoch wie heute. "Schlimmstenfalls sind die gegenwärtigen Spreads als normal zu bezeichnen", stellt Fisher fest.
Seit Juli hätten sich die Renditedifferenzen sogar ein wenig verringert. In echten Kreditkrisen komme es normalerweise zu einem Anstieg und nicht zu einem Absinken der Zinssätze für Schatzbriefe und deutsche Staatsanleihen - weil die Leute dort ihr Geld rein steckten. "Die Mittel werden nicht lange in niedrig verzinsten Schatzbriefen (T-Bills) gebunden sein", erwartet Fisher. "Wenn sie zurück in Aktien fließen, wird der Aufschwung fantastisch ausfallen", sagt Fisher. Und damit es auch keiner vergisst, donnert er zum Schluss noch einmal: "Lassen Sie sich also nicht von der Furcht blenden, und verpassen Sie die Rally nicht."
Fishers Gastkommentar im Handelsblatt: Es gibt keine Kreditverknappung!
Grüner-Fisher
Thomas Grüner wider die ewigen Crash-Propheten
Ken Fisher und der Dax

Tags: Börse Kreditklemme Kreditkrise Immobilien Krise Finanzmärkte
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