Unilever – die Aktie für 150 Millionen langsame Genießer

November 8th, 2007

Unilever - die Aktie für 150 Millionen langsame Genießer

Nur ein Blick auf den Langfristchart von Unilever und dann geht der Daumen spontan nach unten. Unilever ist ein Riese, der alles Mögliche verkauft – an 150 Millionen Menschen täglich. Doch eine langfristig nachhaltige Aufwärts-Entwicklung des Unternehmens ist in dieser Branche offenbar nicht drin, sondern nur eine nachhaltige Seitwärtsbewegung in einer relativ großen Spanne. Derzeit klopft die Aktie mal wieder am oberen Rand ihre Möglichkeiten an. Daher scheint der nächste Abschwung schon vorprogrammiert. Darauf zu wetten, würde jedenfalls Sinn machen, denn der Widerstand bei gut 24 Euro ist stark und im Laufe der Jahre eher stärker geworden, weil der Kurs schon mehrmals daran abgeprallt ist. Nur Kurse deutlich über 25 Euro würden an dieser Perspektive etwas ändern.

dividendenrendite ist mit gut drei Prozent in Ordnung, die Bewerung liegt allerdings über dem Marktschnitt, was eher ein schlechtes Zeichen ist. Und wie sind die Wachstumsperspektiven?

Die UBS hat das Kursziel für die Unilever-Aktie nach der Bilanz für das dritte Quartal von 25 auf 26,50 Euro angehoben. Grund: Das organische Umsatzwachstum sei etwas besser ausgefallen als erwartet. Geringere Umsätze bei Tee und mit Eiscreme, aber mehr Wachstum in den Schwellenländern. Das Nahrungsmittel- und Kosmetikunternehmen befinde sich aber auf Kurs. Die Bewertung der Aktie spiegele mögliche Veränderungen im Portfolio und in der Bilanz des Unternehmens noch nicht wieder.

Vorsichtiger ist Independent Research. Dort steht die Aktie auf Verkaufen, auch wenn das Kursziel von 21 auf 22 Euro angehoben wurde. Alles nur eine Bewertungsfrage. Denn der Kommentar klingt gar nicht so negativ: Vor allem Asien und Afrika hätten mit einer Zuwachsrate von 11,7 Prozent überzeugt. Infolge höherer Sanierungskosten habe das Unternehmen aber operativ nur 1,4 Milliarden Euro verdient. Für das Gesamtjahr strebe Unilever nach wie vor ein organisches Wachstum von drei bis fünf Prozent sowie einen Anstieg der bereinigten operativen Marge von 20 Basispunkten an.

Fazit: Das klingt alles wenig berauschend. Mir fehlen die Perspektiven. Unilever ist zu groß und zu träge, um schon Geld reinzustecken, auch wenn Umsatz und Margen nun bereits im dritten Quartal in Folge gestiegen sind. Das ist wohl der Grund für jüngsten Anstieg der Aktie.

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