Steigende Leitzinsen sprechen für die schwedische und die norwegische Krone

Oktober 15th, 2007

Steigende Leitzinsen sprechen für die schwedische und die norwegische Krone

Die Zinslandschaft in Europa driftet auseinander. Die europäische zentralbank behält die Finanzkrise im Blick und wird daher wohl vorerst nicht mehr die Leitzinsen erhöhen. Ganz anders sieht das in Skandinavien aus. Sowohl Schweden als auch Norwegen haben noch eigene Währungen und können sich daher stärker auf sich selbst konzentrieren. Sie könnten ihre Zinsen erhöhen – mit Folgen für ihre Währungen.

Die Commerzbank meint dazu: "Nimmt man als grobe Richtschnur für das neutrale Zinsniveau die Summe aus Potenzialwachstum und Inflationsziel der Notenbank, befindet sich die EZB bereits im restriktiven Bereich, während die Leitzinsen in den beiden skandinavischen Ländern – trotz der Zinserhöhungen im September – eher noch unter dem neutralen Niveau liegen, d.h. die Geldpolitik in diesen Ländern gemessen am Zinsniveau
noch leicht expansiv ausgerichtet ist. Dabei ist in Norwegen und in Schweden eine Rückkehr zu einer neutralen Geldpolitik – oder sogar ein restriktiver Kurs – eher noch dringender geboten als im Euroraum. So war die Geldpolitik in Skandinavien über eine lange Zeit expansiver ausgerichtet. Schließlich lag der Leitzins Mitte 2005 in beiden Ländern unter 2% und damit etwas niedriger als im Euroraum, und dies bei einem höheren neutralen Zins."

Wenn diese Analyse richtig ist, dann ist wohl eine Währungsaufwertung die Folge. Genau das erwartet die Commerzbank daher auch: "Im Verlauf des kommenden Jahres dürfte der Zinsvorteil gegenüber dem Euroraum noch zunehmen, da dann wohl mehr und mehr auf Zinssenkungen der EZB spekuliert werden wird, während für die skandinavischen Länder eher unveränderte Zinsen erwartet werden dürften. Von diesem größeren Zinsvorteil wird die schwedische Krone profitieren und gegenüber dem Euro zumindest in den kommenden Monaten weiter aufwerten. Bei der norwegischen Währung dürfte dieser positive Effekt allerdings von einem voraussichtlich rückläufigen Rohölpreis kompensiert werden, so dass sich der Wechselkurs gegenüber dem Euro auf Jahressicht kaum verändern dürfte."

Na ja, vielleicht steigt der Ölpreis ja auch weiter, so wie in der vergangenen Woche. Das wiederum müsste der norwegischen Krone dann gut tun. Wie auch immer, die Devisenprognose ist eines der schwierigsten Felder in der Finanzwelt. Da kann man sich nur verheben, weshalb ich das auch gar nicht erst versuche.

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Kategorien: Währungen

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