Rücktrittsgerüchte um den Arques-Chef – der Kurs bricht ein

Oktober 21st, 2007

Rücktrittsgerüchte um den Arques-Chef - der Kurs bricht ein

Die beteiligungsgesellschaft Arques ist immer für einen Rekord gut – mal einen schönen, mal einen traurigen. Vergangene Woche war letzteres der Fall. Keine Aktie unter den 110 wichtigsten in Deutschland ist so stark gefallen wie Arques. In fünf Tagen mehr als 15 Prozent – das ist ein Wort. Der Grund sind offenbar Gerüchte, wie der "Euro am Sonntag" zu entnehmen ist. Arques-Chef Martin Vorderwülbecke und sein Kollege Markus Zöllner wollten das Unternehmen verlassen, heißt es. Zitiert werden die üblichen gut informierten Kreise. Das kann keiner oder jeder sein. Das Unternehmen erklärte dazu natürlich wie üblich nichts. Das Pikante daran: Vorderwülbecke hatte den Job erst im Mai übernommen, nachdem zuvor Arques-Gründer Peter Löw überraschend ausgeschieden war. Angenommen, das Gerücht stimmt – was bedeutet dies für Unternehmen und Aktie?

Das Geschäftsmodell funktioniert auch auch ohne den Chef. Dieser hat bei der Größe von Arques ohnehin immer mehr die Funktion eines klassischen Managers, der den Laden zusammenhalten und nach außen verkaufen muss. Die Deals machen andere. Das Problem liegt aber woanders: Womöglich gelingt die Skalierung des Geschäftsmodells doch nicht so gut wie die Arques-Chefs dies zuletzt glauben machen wollten. Das heißt: Die Wachtumsraten der Vergangenheit sind künftig nicht mehr darstellbar. Der Markt muss Arques also bald vielleicht konservativer, also näher an der Substanz beurteilen. Diese liegt nach Schätzungen von Analysten bei etwa 20 Euro je Aktie.

Im schlimmsten Fall sind die Gerüchte entstanden, weil Arques in eine Schieflage geraten ist. Dies kann zum Beispiel durch Fehlbewertungen oder Fehlurteile passiert sein, für die der aktuelle Chef die Verantwortung übernähme. Träfe dies zu, wäre die Substanz womöglich weniger wert und der Gewinn dieses Jahres würde geringer ausfallen als bisher kommuniziert. Das bedeutete jedoch, dass bald die Karten auf den Tisch gelegt werden müssten.

Wenn es Ertragsprobleme gibt, sollten sie jedoch nur vorübergehender Natur sein. Mittelfristig wird Arques weitere Deals machen und weiter expandieren. Daran arbeitet das Unternehmen systematisch und dafür hat es sich in den vergangenen Jahren im Markt ein Standing aufgebaut. Ein Wechsel im Chefsessel könnte für die weitere Expansion sogar positiv sein. Denn an seiner Spitze braucht Arques nicht unbedingt einen ausgewiesenen Deal-Maker wie Vorderwülbecke, sondern einen Manager, der die Macher führen kann. Vielleicht ist Vorderwülbecke nicht dieser Mann. Dann wäre sein Abgang mittelfristig nur positiv für Arques.

Entscheidend ist letztlich: Arques darf sein risikoarmes Geschäftsmodell nicht aufgeben. Damit steht und fällt aus meiner Sicht mein positives Urteil für die Aktie. Nur wenn weiter marode Unternehmen für einen symbolischen Preis gekauft und dann gedreht werden – und das nahezu ohne Krediteinsatz, nur dann ist die Aktie mittel- bis langfristig eine solide Anlage. Anderenfalls wäre sie nur eines von vielen Spekulationsobjekten.

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Chart und Nachrichten zu Arques


Kategorien: Anlegersentiment

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RSS Kommentare1 Kommentar

  1. Lars

    Ein prima Artikel zum Thema Arques,
    ich habe Arques selber schon etwas länger auf meiner Watchlist, denke aber das auf Grund der momentanen Unsicherheiten sowohl Firmenintern als auch allgemein Markttechnisch Vorsicht geboten ist.
    Ich wollte eigentlich nach dem Rücksetzer der letzten Woche am Freitag bei 26,40 einsteigen, und wäre somit heute zum Zuge gekommen, bin aber ertmal froh das ich die Order am Freitag wieder gelöscht habe. Hier ist auch noch ein Rücksetzer auf 18,- Euro möglich wenn alles schief geht. Also Vorsicht!

    Gruß Lars
    http://www.investorsinside.de

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