Pfleiderer ist durch den Kursrutsch richtig attraktiv geworden
August 25th, 2007

Die Aktie von Pfleiderer wird derzeit unterschätzt. Das mag an dem Führungsvakuum der letzten Monate liegen, schließlich hatte der Vorstandschef Hans Overdiek einen schweren Unfall. Doch nun wird er Ende August an den Schreibtisch zurückkehren – voller Tatendrang, wie ich einem Interview in der FAZ entnehme. Darin macht er auch klar, dass er die Aktie des Holzwerkstoffherstellers derzeit für unterbewertet hält. Kein Wunder, schließlich hat seine Gesellschaft inzwischen ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Pfleiderer hat gerade erst zwei große Übernahmen verdaut, doch der Vorstandschef denkt nun bereits an die nächsten Käufe. Er kann sich sogar die fusion mit einem großen Konkurrenten vorstellen.
Overdiek weist in dem Interview darauf hin, dass es völlig untergegangen sei, dass "wir trotz der Marktprobleme in Nordamerika das bisher beste operative Ergebnis in einem ersten Halbjahr erzielt haben". Die Lage auf dem nordamerikanischen Markt sei derzeit nicht so gut wie vergangenen Jahr und auch nicht schlechter, als der Vorstand erwartet habe, antwortet er auf die Frage, ob die Immobilien- und Hypothekenkrise in Nordamerika Pfleiderer schwer treffe. "Zu unseren Kunden gehören Baumärkte wie Home Depot. Wenn der Absatz dieser Kunden sinkt, hat das auch Auswirkungen auf Lieferanten. Aber von unserer amerikanischen Geschäftsführung höre ich, dass es uns gelingt, im Geschäft mit Fachhändlern voran zu kommen." Pergo sei in Amerika das Synonym für Laminatböden. Dennoch: Eine echte Markterholung werde es dort erst 2008 geben.
Dieses Jahr will Pfleiderer vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bis zu 250 Millionen Euro verdienen. Das sind 20 Millionen Euro weniger als zunächst prognostiziert. Doch Overdiek sagt, die neue Prognose sei konservativ. Er will sie offenbar übertreffen. 2008 will er deutlich mehr als zwei Milliarden Euro umsetzen und auf Ebitda-Basis mehr als 15 Prozent verdienen. Das bedeutete also eine Gewinnsteigerung um mehr als 20 Prozent. Kein Wunder, dass Vorstands-Chef Overdiek sagt: "Auf dem derzeitigen Kursniveau halte ich die Pfleiderer Aktie für einen klaren Kauf." Er selbst ist schon wieder eingestiegen, nachdem seine Frau kurz nach dem Unfall Aktien im Wert von mehr als fünf Millionen Euro verkauft hatte.
Den Optimismus des Managers teilen übrigens die Analysten von HSBC Trinkaus. Sie führen an vorderster Stelle das überraschende Aktienrückkaufprogramm als Grund dafür an. Dies sei ein klares Signal.
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