Nach der Krise – kommt das dicke Ende noch?
Juli 19th, 2009
Rund zwei Jahre alt ist die Krise in Wirtschaft und Finanzwelt nun. Einen guten Überblick über einzelne Meilensteine in diesem Prozess, in dem viele weitere kleine Dominosteinchen aneinander rasselten, gibt der Artikel "Zwei Jahre Krise – und nun?" in der Euro am Sonntag.
Die historische Herleitung finde ich gut und vor allem verständlich für den ersten Überblick. Das "was nun" kommt leider ein wenig zu kurz. Kein Wunder: Die wenigsten dürften eine Antwort parat haben. Im Artikel heißt es: "Denn auch wenn die Krise mit Subprime-Krediten ihren Anfang nahm – global wurde sie erst richtig durch die von Bankern konstruierten strukturierten Produkte, in denen Kredite auf Schrottimmobilien verpackt wurden. Und die dann, geadelt durch Bonitätsprädikate der Ratingagenturen, bei Investoren aus der ganzen Welt landeten."
Wenn ich mir anschaue, dass Banken, die ja vor einem Jahr dem Tod geweiht waren, heute Milliardengewinne einfahren und auch wieder über Bonuszahlungen nachdenken, dann kann ich für mich nur den Schluss ziehen: Ich glaubte, Wirtschaft vor der Krise zu verstehen, während der Krise konnte ich nur Symptome beschreiben und heute habe ich einfach nur die Sorge, dass niemand der Verantwortlichen aus dieser Krise gelernt haben mag. Das wäre grausam, weil uns dann das ganz dicke Ende noch bevor stünde. Vielleicht in fünf, in zehn oder in 20 Jahren.
Kategorien: Gesamtmarkt



