Mit jedem Brief das Klima schützen
abgelegt im Archiv Klima am 29.12.07
Manche Dinge kommen mir einfach komisch vor, wahrscheinlich weil sie so ungewohnt sind. Da ist zum Beispiel die Idee der Post mit diesem klimaneutralen Brief. "Mit dem PLUSBRIEF GOGREEN geben wir umweltbewussten Privatkunden die Möglichkeit, etwas für den Klimaschutz zu tun", sagt Ingo Bohlken, Mitglied des Bereichsvorstands BRIEF Deutschland. Um die Kohlendioxidemissionen, die während des Transports ausgestoßen werden, ausgleichen zu können, hat die Post eine Methode entwickelt, die Emissionen grammgenau auszurechnen - als erster Express- und Logistikkonzern, wie sie betonen. Das finde ich gut. Doch wie es genau funktioniert, habe ich nicht verstanden. Nur, dass der Versand teurer wird. Doch die 0,10 Cent pro Brief sind zu verschmerzen - schließlich tut die Post dafür etwas, um Klima und Umwelt zu schützen. Allerdings könnte die Post mehr tun. Warum?
"Der Umweltschutz ist integraler Bestandteil unserer auf langfristige Wertsteigerung ausgerichteten Unternehmensstrategie. Er spielt bei der Beurteilung aller unserer Aktivitäten eine wichtige Rolle." So heißt es offiziell. Warum ist das Thema nur "wichtig", das klingt noch recht schwach. Wirklich umweltfreundlich ist die Post damit noch lange nicht.
"Zum Beispiel will DHL durch die Einführung von Fahrzeugen mit alternativen Kraftstoffen seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und seine CO2-Emissionen reduzieren." Warum hat die Post nicht bereits ihre gesamte Flotte umgerüstet. Wo sind die Hinweise, dass die Postgebäude nun alle alternativ beheizt werden? Warum macht die Post Solarzellen nicht zur Pflicht? Nahezu 4.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr lassen sich dank Fotovoltaik zwar beim Betrieb des DHL Hubs in Leipzig einsparen. Mit der erneuerbaren Energie deckt der künftige zentrale Umschlagplatz für Sendungen innerhalb Europas seinen Eigenbedarf an Strom, Heiz- und Kühlenergie selbst. Doch eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer.
Genauso wie bei der Aktie, die immer noch nicht richtig in Tritt gekommen ist - wenn man den heutigen Kurs mit dem Emissionskurs vor sieben Jahren vergleicht. Die Aktie hat Potential - nicht zuletzt, weil das Unternehmen in Deutschland wieder unter Schutz gestellt wird. Die Mindestlohndebatte ist ja das beste Beispiel dafür. Von der Monopolrendite, die abgeschöpft wird, können dann ruhig auch die Mitarbeiter profitieren. Die Deutsche Post hat nach der Verabschiedung des Mindestlohns für Briefträger übrigens ihr Ziel bekräftigt, 2008 einen operativen Gewinn von 4,2 Milliarden Euro zu schaffen. Die Mindestlöhne würden Wettbewerber "davon abhalten, ihren Marktanteil lediglich auf der Basis von Dumpinglöhnen (...) zu vergrößern".
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Permalink: Mit jedem Brief das Klima schützen
Tags: Post Klima Bioenergie Solarzellen
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