Kredit-Bumerang erwischt hilflose Hausbesitzer und ihre Geldgeber
Februar 25th, 2008

Die Hypothekenkrise lässt die Wall Street nicht los. Nun rät Merrill Lynch sogar, die Papiere von fannie mae und Freddie Mac zu verkaufen. Die Qualität der von den beiden halbstaatlichen Hypothekendienstleistern vergebenen Kredite verschlechtere sich weiter, weil die Krise bei den beliehenen Eigenheimen anhalte, meinten die Investmentbanker. Fannie Mae und Freddie Mac bündeln Kundenkredite und bieten sie als Wertpapiere auf dem Finanzmarkt an. Beide Institute wurden vor vielen Jahren vom Staat gegründet, um auch weniger priviligierten Leuten die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Häuschen zu bauen. Über Umwege gehen noch heute rund 50 Prozent der Darlehen an ärmere Haushalte. Das erweist sich nun leider als Bumerang. Im vergangenen halben Jahr haben beide Aktien fast 59 Prozent an Wert verloren. Die beiden Hypothekenbanken gehören weltweit zu den größten Schuldnern. Dass sie pleite gehen ist allein schon deshalb unwahrscheinlich, weil der Staat noch seine Finger im Spiel hat. Anleger können nur hoffen, dass die Kurse allmählich den Boden erreicht haben.
Kategorien: Anlegersentiment




Hallo Frau Trabert,
Ihr Artikel hat einige Interessante Facts zur Krise in den USA. Leider hat uns die Kreditkrise ja weiter fest im Griff. Über die Ursachen dafür lässt sich trefflich streiten. Meines Erachtens spielt dabei auch die Kreditvergabe in den USA eine entscheidende Rolle (einen Artikel von mir zu dem Thema ist unter http://www.sharewise.com/news_articles/211-Subprime-Monoliner-Kreditkrise verfügbar). Anders als in Europa üblich werden dort Kredite mit kurzen Zinsbindungen abgeschlossen. Auch die Häuserbewertung läuft deutlich anders. Meines Wissens nach werden in den USA Häuser mit einem fixen Prozentsatz besichert (z.b. 80 %). Steigt der Wert des Hauses während der Laufzeit des Kredites, so wird häufig auch der Kreditbetrag ausgeweitet und wieder auf 80 % des aktuellen Marktwertes abgeschlossen. Dieser Mechanismus funktioniert allerdings nur bei steigenden Häuserpreisen. Sinkt der Preis, so entstehen Kredite mit geringen Sicherheiten und die Kreditnehmer müssen entweder weitere Sicherheiten zur Verfügung stellen (dies ist jedoch meist nicht möglich) oder die Immobilie muss verkauft werden. Es bleibt abzuwarten, ob die Kreditvergabepraxis in den USA weiterhin mit diesen Mechanismen funktionieren wird oder ob die Banken das System doch eher dem europäischen Raum anpassen.
Viele Grüße
Florian Maier