Ken Fisher sieht noch mehr brennende Banken

September 20th, 2007

Ken Fisher sieht noch mehr brennende Banken

Hurra, die Aktienkurse steigen, doch die finanzkrise ist noch nicht vorbei. Das sagt fast jeder, auch der notorische Börsenbulle Ken Fisher. Der Amerikaner sieht bekanntlich keine Kreditkrise, wie er gerade noch einmal wiederholte. Doch weitere Banken können dennoch zusammenklappen, verriet Fisher gerade der FAZ.

Frage: Klappt noch die eine oder andere Bank zusammen? Oder zumindest deren Gewinne?

Antwort: Ja, wahrscheinlich, aber die Wirkungen werden nicht sehr ausgeprägt sein. Man kann das heute in London sehen. Wahrscheinlich schlägt dies auf andere Länder über, aber dies hat kaum den Effekt einer Seuche.

Was soll uns dies sagen? Die Antwort lieferte wie so oft sein Partner Thomas Grüner, der Vermögensverwalter aus Rodenbach.

"Angst und Panik waren bis Dienstag nachmittag fast mit Händen zu greifen. Die medienwirksamen Bilder langer Menschenschlangen vor der britischen Bank Northern Rock haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Viele besorgte Anrufe haben uns erreicht. Hektik und Nervosität sind in diesen unruhigen Zeiten kein guter Ratgeber. Analysieren Sie in aller gebotenen Ruhe die Situation und verfallen Sie nicht kopflos in unüberlegte Reaktionen.

Ich kann mich an dieser Stelle nur wiederholen: Eine echte und um sich greifende Kreditkrise halten wir für extrem unwahrscheinlich. Meine Aussagen der letzten Wochen sind unverändert gültig. Die positive Kehrseite dieser Entwicklung wurde heute Abend deutlich: Fallende Zinsen! Die amerikanische Notenbank Fed hat zum ersten Mal seit 4 Jahren den wichtigsten Leitzins – die Fed Funds Rate – um 0,50 Prozentpunkte auf nunmehr nur noch 4,75% gesenkt.

Die amerikanischen Aktienindizes haben anschließend eine heftige Kursrallye hingelegt und sich bereits wieder ihren Höchstständen vom Juli angenähert. Der Dow Jones legte um fulminante 336 Punkte oder 2,51% zu. Der marktbreitere S&P 500 schaffte gar einen Anstieg um 2,92%. Der technologielastige Nasdaq 100 sprang um 2,6% nach oben.

Unser bereits mehrfach skizzierter Vergleich mit der Situation 1997 setzt sich damit weiter fort. Auch vor genau 10 Jahren erholten sich die Kurse deutlich, um dann im Oktober eine zweite Abwärtswelle zu erleben. Diese Entwicklung gilt es nun weiter aufmerksam zu beobachten."

Na dann wollen wir hoffen, dass er auch dieses Mal richtig liegt. Seine Analyse gefällt mir noch immer, seine Konsequenzen auch, nur seinen neuen Fonds würde ich nicht kaufen. Selbst Aktien kaufen ist doch viel besser. Obwohl ja manche glauben, dass die Fed gerade eine Baisse eingeläutet hat. Das glaube ich nicht, dazu sind Aktien viel zu billig. Und auch eine Rezession in Amerika wird die Fed mit allen Mittel zu verhindern suchen.


Kategorien: Gesamtmarkt

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RSS Kommentare2 Kommentare

  1. egghat

    Mag den Fisher eigentlich wegen der Querdenkerei auch (allerdings ist er ein wenig Schreihälserisch und unsympatisch sieht der auch aus …). Dass eine zweite Abwärtswelle kommt, sehe ich ähnlich. Wie tief die geht, werden wir sehen. Und dann bekommen wir trotz der Rezession, die ja bekanntlich *sicher* kommt, wieder steigende Aktienkurse. Wetten?

  2. Christoph Simon

    Hallo Frau Trabert,

    ich wollte Ihnen einfach mal nur für diesen tollen Blog danken. Sie gefallen mir sehr gut und Ihre Beiträge sind klasse. Ich glaube Sie haben einen guten Blick für die Börse. Wollte ich mal loswerden.

    Ansonsten gefallen mir Ken Fishers Analysen zur derzeitigen Marktlage natürlich auch sehr. Und Fonds würde ich auch keine mehr kaufen. Außer Indices. Damit habe ich auch gutes Geld verdient. Aber selbst Aktien/Derivate habe ist tausendmal besser, macht mehr Spaß und lehrt Wirtschaft/Börse viel besser.

    Danke und bitte weiter so.
    C. Simon

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