boerse

Jörg Krämers Negativspirale und warum doch alles gut wird in Amerika

abgelegt im Archiv Gesamtmarkt am 21.09.07

Jörg Krämers Negativspirale und warum doch alles gut wird in Amerika
Ist das die Entwarnung? commerzbank-Stratege Jörg Krämer, den ich bekanntlich sehr schätze, wird noch vorsichtiger als ohnehin schon. Schlägt die Immobilienkrise nun doch noch auf die amerikanische Wirtschaft und damit auf die Welt durch? Die Aktienmärkte glauben es nicht mehr so recht, doch das kann sich ja schnell ändern, wenn schlechte Konjunkturdaten aus Amerika kommen. "Trotz der Fed-Zinssenkung wird die Immobilien- und Finanzmarktkrise die Konjunktur in den kommenden Quartalen stärker belasten als wir es bisher unterstellt hatten. Wir haben deshalb unsere im Vergleich zum Konsens sehr vorsichtige Wachstumsprognose für 2008 von 2,2 Prozent auf 1,8 Prozent gesenkt", heißt es in seiner jüngsten Analyse. "Die Fed wird den Leitzins wegen der konjunkturellen Risiken wohl weiter zurücknehmen. Bis zum ersten Quartal 2008 dürfte die Federal Funds Rate bis auf 4 Prozent fallen." Derzeit sind es nach der unerwartet kräftigen Zinssenkung in dieser Woche 4,75 Prozent. Was könnte nun Schlimmes passieren?



Krämers Negativspirale geht so: "Die Kreditvergabe an die Haushalte wird weniger
großzügig sein, der Wohnungsbau wird weiter schrumpfen, die Hauspreise
werden wohl landesweit nachgeben. Dies wird den Konsum stärker
dämpfen als selbst wir es bisher unterstellt hatten. Auch für die
Unternehmen wird die Versorgung mit Kredit teurer werden. Stellenaufbau
und Anlageinvestitionen werden darunter leiden. Im Winterhalbjahr wird die
US-Wirtschaft daher wohl nur wenig wachsen."

Die Fed werde deshalb auf den kommenden drei Sitzungen am 31. Oktober, 11.
Dezember und am 30. Januar den Leitzins voraussichtlich um jeweils 25
Basispunkte senken. Was sich aber erfahrungsgemäß erst mit einem Jahr Verzögerung bemerkbar macht. 2008 könnte daher wirtschaftlich eher durchwachsen werden. Eine Rezession erwartet er aber dennoch nicht. Warum?

"Schlüssel für eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale, wie sie eine
"echte" Rezession kennzeichnet, ist der Unternehmenssektor. Vor allem
über Entlassungen und drastische Einschnitte bei den Investitionsplänen sind
es die Entscheidungen der Unternehmen, die aus einer Abschwächung
letztlich eine Rezession machen. Ein Einbruch des Konsums, wie ihn manche
als bloße Folge der Immobilienpreisentwicklung erwarten, wäre letztlich nur
plausibel, wenn sich der Arbeitsmarkt deutlich abschwächen sollte. Danach
sieht es aber derzeit nicht aus."

Das wiederum ist eine Nachricht für die Aktienmärkte: Sinkende Zinsen und eine stabile Wirtschaft sprechen für steigende Kurse. Denn: "Die US-Unternehmen sind insgesamt gut aufgestellt, Überinvestitionen wie in den neunziger Jahren sind diesmal ausgeblieben. Auch bei den Einstellungen wurden Exzesse in diesem Zyklus vermieden."

Das wiederum hört sich doch gar nicht so schlecht an. Ein bisschen schlechter kann es ruhig werden, das schadet den Aktienmärkten vielleicht gar nicht so sehr. Je langsamer es hoch, um so besser.

Jörg Krämer News
eins
zwei
drei
vier

Permalink: Jörg Krämers Negativspirale und warum doch alles gut wird in Amerika

Tags: Aktien  Zinsen  Anleihen  Geldpolitik  Rezession  Amerika  USA  Wirtschaft  Konjunktur 

Stimmen Sie ab für Jörg Krämers Negativspirale und warum doch alles gut wird in Amerika:

  • Currently 8.50/10
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Dieser Eintrag wurde mit: 8.50 Punkten (von 2 Stimme(n) insg.) bewertet.
 
Share It
RSS rss
Google google
Yahoo! yahoo
Bloglines Bloglines
TwitterFollowen Sie uns bei Twitter!
Most Popular   Analysen   Anlegersentiment   Börsentipp   Best of   Buchtipp   Emerging Markets   Fonds   Fortbildung   Gastbeitrag   Gesamtmarkt   Immobilien   Informationen über   Klima   Konjunktur   Kontaktbörse   Misc   Namen   News   Ressourcen   Rohstoffe