Infineon ist einfach nur noch zum Schreien
Februar 25th, 2008

Bei Infineon gärt es. Nach wütenden Protesten von Anlegern während der Hauptversammlung machen nun auch Aufsichtsräte ihrem Unmut Luft. Die «Süddeutsche Zeitung» zitiert einen Unternehmenskontrolleur mit den Worten: «Das Maß ist voll.» Bis zum Sommer solle ein Nachfolger für Vorstandschef Wolfgang Ziebart gefunden werden, sickerte durch. Es gebe aber nicht viele geeignete Kandidaten für die schwierige Aufgabe. Ziebart war 2004 als Sanierer vom Autozulieferer continental zu dem Halbleiterhersteller geholt worden und musste seither Jahr für Jahr Verluste ausweisen. 2007 waren es 368 Millionen Euro. Die gehen zum großen Teil auf das Konto der verlustreichen Speichertochter Qimonda. Für sie hat Ziebart trotz intensiver Suche bisher noch keinen Käufer gefunden. Ob ein neuer Vorstandsvorsitzender hier erfolgreicher sein wird, ist fraglich. Seit Jahresbeginn hat die Daxaktie schon mehr als 34 Prozent verloren. Seit ihrem Börsengang summiert sich der Verlust auf satte 86 Prozent. Immerhin haben die Aktionäre auf der Hauptversammlung ja mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, Qimonda-Aktien zur Not als Sachdividende an sie zu verschenken oder gegen Anteile an der Chipmutter zu tauschen. Damit wären wir die ungeliebte Beteiligung zwar nicht ganz los, aber die Infineon-Aktie spürte wieder einen Hauch von Hoffnung.
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