Hoffentlich Allianz gekauft: Günstig und umweltschonend versichert
Oktober 8th, 2007

Kein Anleger blickt bei der Allianz durch. Hat sie die dresdner Bank nun im Griff? Leidet sie unter dem Klimawandel? Sind ihre Versicherungen zu teuer und verkaufen sie sich daher künftig schlecht? Fragen über Fragen. Vielleicht ist auch ein Grund dabei, warum der Börsenkurs so niedrig ist. Jedenfalls wird die Aktie deutlich unter dem Schnitt im Dax bewertet – so als ob litte sie am stärksten unter der Kreditkrise in Amerika. Was aber wohl nicht der Fall ist. Schließlich macht die Dresdner Bank nur etwa ein Zehntel des wahren Allianz-Wertes aus, den die Investmentbank JP Morgan ausgerechnet hat. Zudem erwirtschaftet die Dresdner Bank inzwischen eine Kapitalrendite von 12 Prozent – auch nicht schlecht, wenn auch nicht so gut wie im Konzern, der 15 Prozent schafft. Wieviel ist mit der Aktie drin?
Gemessen an den Berechnungen von JP Morgan ist der Konzern fast 100 Milliarden Euro wert. Derzeit wird die Allianz an der Börse aber nur mit 75 Milliarden Euro bewertet. Das ergibt ein Kurspotential von mehr etwa einem Drittel. Hinzu kommt Gewinnphantasie. Denn die schon vor längerem eingeleiteten Kostensenkungen greifen offenbar. Danach könnten die operativen Kosten pro Jahr um bis zu 1,2 Milliarden Euro sinken, glaubt "Euro am Sonntag". Analysten glauben zudem, dass bald die Gewinnprognose für 2009 angehoben wird. Wenn nun noch ein paar Konzernteile an die Börse gebracht werden, sind Kurse über 200 Euro keine Träumerei mehr. Viele Kursziele von Analysten liegen da ohnehin.
Der Allianz-Vorstand könnte solch einen Kursanstieg durch eine Erhöhung der Dividende und ein Aktienrückkaufprogramm zusätzlich anheizen. Als Nebenargument kommt hinzu, dass der Klima-Vorreiter in der Versicherungsbranche ist. Das hat jedenfalls die Analyse der Analysten des Schweizer Vermögensverwalters SAM ergeben. Mit gutem Gewissen können Anleger also investieren – und das in eine Aktie, die derzeit als günstig einzustufen ist und gute Aussichten hat, ihr Ergebnis noch deutlich in die Höhe zu schrauben. 2006 hat die Allianz sieben Milliarden Euro verdient. 2009 könnten 2,5 Milliarden Euro mehr sein, glauben die Analysten von JP Morgan. Warum eigentlich nicht zehn Milliarden?
Was die Allianzteile nach Ansicht von JP Morgan wert sind:
Pimco: 18,76 Milliarden Euro
Dresdner Bank: 9,08 Milliarden Euro
Asia Life: 4,26 Milliarden Euro
Euler-Hermes: 3,07 Milliarden Euro
Versicherungsgeschäft: 62,12 Milliarden Euro
Summe: 97,29 Milliarden Euro
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