High Yield Hausse am Ende?

Februar 18th, 2007

High Yield Hausse am Ende?

Die so genannten High Yield anleihen befinden sich seit Anfang der Wende an den Börsen in einer Hausse. In den schwierigen Zeiten an den Finanzmärkten vor Frühjahr 2003 wurden nicht nur die Aktienkurse auf ein sehr tiefes Niveau gedrückt, die Börsianer haben auch große Risiken in den High Yield Anleihen (von Unternehmen und Ländern mit niedriger Bonität) eingepreist.

Ich erinnere mich damals, dass Warren Buffett bevorzugt in solche Anleihen eingestiegen sein soll bzw. hier die besten Chance-Risiko-Verhältnisse sah (auch besser als bei den Aktien).

Jetzt schreiten wir allmählich in eine Börsen-Phase hinein, in welcher die High Yields möglicherweise nicht mehr die zuletzt gewohnte Performance werden liefern können. Zum einen sind die Differenzen zu den Anleihen mit hoher und höchster Bonität ziemlich klein, so dass es schwer vorstellbar ist, von dieser Seite noch viel holen zu können. Generell ist an der Börse natürlich alles möglich, aber irgendwann ist Schluss.

Zum zweiten wird bereits befürchtet, dass die Ausfallrate insbesondere im Falle einer deutlicheren konjunkturellen Abkühlung zunehmen kann (die Wahrscheinlichkeiten stehen hier keinesfalls jenseits des Realistischen). In den letzten Jahren war diese Hausse nicht zuletzt durch die sehr niedrigen Ausfällen bei solchen Anleihen begünstigt.

Zum Thema wird auch bei FundReserach.de berichtet:

Angst vor steigenden Ausfallraten

Viele Experten befürchten jedoch, dass die Erträge zukünftig magerer ausfallen oder sogar eine Kurs-Korrektur bevorsteht. Aus der Luft gegriffen sind diese Ängste nicht. Derzeit wird nahezu jede High-Yield-Anleihe zurückgezahlt.

Die Rating-Agenturen Standard & Poor's und Moody's rechnen aber damit, dass die Ausfallraten wieder steigen, wenn auch nur moderat. Henrik Pedersen bestätigt dies: "In Europa ist die Ausfallrate 2006 von null auf 1,9 Prozent gestiegen."

"Das Risiko liegt auf der Abwärtsseite"

Sollte dieser Trend anhalten, werden die Renditeaufschläge von Hochzinsanleihen gegenüber Staatsanleihen wohl wieder steigen. Zumal die Spreads – so nennen Fachleute den Renditeaufschlag – derzeit im Schnitt bei rund 2,6 Prozentpunkten liegen und damit so niedrig wie noch nie zuvor. Das Problem: Bei höheren Spreads drohen fallende Kursen.

Es gibt indes Faktoren, die die Kurse von High-Yield-Titeln positiv beeinflussen. Beispielsweise die hohe Liquidität im Markt. "Derzeit strömt viel Geld in High-Yield-Rentenfonds, auch Hedgefonds und Private-Equity-Anleger sind hier aktiv", sagt Nordea-Manager Pedersen. Folge: Neuemissionen sind oft fünf- bis zehnfach überzeichnet. Dennoch: Nach oben ist für High-Yield-Bonds nur noch wenig Luft. "Das Risiko liegt auf der Abwärtsseite", bestätigt Pedersen.

Das Ende der High Yield-Hausse?


Kategorien: Gesamtmarkt

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