Helikopter-Ben Bernanke dreht mächtig an den Börsenrädchen
abgelegt im Archiv Gesamtmarkt am 20.08.07
Wunderbar! Die amerikanische Notenbank senkt ihren diskontsatz. Das ist zwar nur die zweite Wahl, weil der wichtigste Leitzins in den USA der Tagesgeldsatz ist. Doch Fed-Chef Ben Bernanke wurde damit seinem Ruf gerecht. "Helikopter-Ben" würde angeblich das Geld aus dem Hubschrauber werfen, um die amerikanische Wirtschaft vor einer Rezession zu retten, erzählen sich Fondsmanager gerne. Dass dies mehr als ein Gerücht ist, bewies er am Freitag mit dem Diskontsatz. Wenn sich die Börsen nun nicht beruhigen und außerdem die Hypothekenkrise in Amerika die Ausgabenlaune der Verbraucher noch stärker trübt, wird bald auch der Leitzins fallen. Das wäre schon eine drastische Kehrwende, denn noch vor zwei Monaten rechneten die Propheten eher mit einer weiteren Zinserhöhung in Amerika.
Mich stimmt der fliegende Ben zuversichtlich. Die Wall Street wird über kurz und lang positiv darauf reagieren und weitere Rekorde ansteuern. Wenn es in Übersee läuft, werden auch die deutschen Aktien wieder in Tritt kommen. Das Kalkül dafür ist sehr einfach: Die amerikanische Notenbank wird auf keinen Fall eine Rezession in Amerika zulassen wollen. Das war schon immer ihr Hauptbestreben, auch wenn gelegentlich das Gegenteil behauptet wird. Wenn also das Wirtschaftswachstum weiter gegen zwei Prozent tendiert, was deutlich unter dem mittelfristigen Potential liegt, werden die Währungshüter handeln: Kredite wieder billiger machen, die Wirtschaft so schmieren und nebenbei die Zahlungsnöte der Eigenheimbesitzer lindern. Denn deren Kredite sind häufiger als hierzulande flexibel. Steigen die Zinsen, erhöhen sich auch deren Lasten. Und umgekehrt.
Den Tiefpunkt einer Korrektur für Käufe zu erwischen, ist immer schwierig. Ich vermute daher, dass es sich vereinzelt schon lohnt zuzugreifen, insbesondere wenn es sich um Unternehmen mit guten Perspektiven handelt, deren Kurse gerade deutlich runter gekommen sind. Unter den großen deutschen Finanzwerten gefällt mir dabei übrigens die Allianz am besten. Der Kurs ist in den vergangenen zwölf Monaten nur rund 20 Prozent gestiegen und wird dennoch mit einer Gewinnrendite (Kehrwert des KGV) von rund 12 Prozent gehandelt. Die Deutsche Bank Bank ist optisch noch günstiger, doch viel stärker abhängig vom Kapitalmarktgeschäft. Das könnte in den nächsten Monaten leiden. Engagements sind also riskanter und weniger kalkulierbar. Am zuversichtlichsten ist übrigens das Management der Commerzbank gestimmt. Die Aktie ist allerdings am höchsten bewertet von den drei Großen und am besten gelaufen.
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Tags: Fed Notenbanken Geldpolitik Bernanke Zinsen
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Kommentar von:
Finanznachrichten.info
Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, ist nicht überall beliebt. Dennoch ist er vor einigen Monaten wiedergewählt worden als oberster Herr über die Zentralbank der USA, die Federal Reserve. Dies jedoch mit dem denkbar schlechtesten Ergebnis aller Ze...
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