Gefahr für Sonnenaktien: Die Solarförderung wird gekürzt

Juni 5th, 2007

Gefahr für Sonnenaktien: Die Solarförderung wird gekürzt

"Viel Geld für wenig Strom", schreibt Wolfgang Reuter im "Spiegel". Inzwischen kritisieren sogar Vertreter der Solarbranche die aktuelle Förderung als zu hoch. Sie führe dazu, dass die Unternehmen träge werden. Das nutze weder dem Klima noch dem Standort Deutschland, sagt Philippe Welter, der Chef des Solar Verlags aus Aachen. Wohlgemerkt, das ist ein freund der Sonnenenergie. Doch den Politikern in Berlin rechnete er vor, dass die Verbraucher alle bis 2010 installierten Anlagen in Deutschland mit bis zu 150 Milliarden Euro subventionieren würden. Das ist eine gigantische Summe, die sich auf 23 Jahre verteilt. Doch auch das ergibt satte sechs Milliarden pro Jahr.

Da bleibt im Erneuerbare-Energien-Gesetz nur eines: Die EEG-Fördersätze müssen sinken, damit in einigen Jahren der Strompreis nicht massiv steigt (was wahrscheinlich sowieso passiert, aber gut). Lobbyisten der Solarbranche glauben sogar, dass dies gut wäre für Sonnenstrom in Deutschland. Autor Wolfgang Reuter: "Denn dann müssen die Hersteller ihre Preise senken, die Margen würden schrumpfen – und die hohen Gewinne wären nur über höhere Absatzzahlen zu halten. Der dadurch eingeleitete Wettbewerb aber käme den Verbrauchern zugute."

Das Problem haben sogar die Politiker in Berlin nun bereits kapiert, wie folgende Sprüche zeigen: "Wir wollen nicht, dass die Solarunternehmer so etwas werden wie die Scheichs in der arabischen Welt oder die reichen Ölmagnaten in den USA", sagt der SPD-Politiker Axel Berg.

Kurzfristig dürfte eine Kürzung der Förderung zum Problem für Sonnenaktien werden. Mittelfristig dagegen ist die Branche weiter interessant, zumal Sonnenstrom offenbar schneller als erwartet profitabel werden könnte. Mir gefällt das alles: Vielleicht ergeben sich nun im Zuge der Förderdebatte wieder gute Einstiegsgelegenheiten in die Branche. Mein Branchenfavorit ist nach wie vor Solarworld. Die expandieren schon so stark ins Ausland, dass ihnen eine geringere Förderung auf Dauer wenig ausmachen sollte.


Kategorien: Klima

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RSS Kommentare1 Kommentar

  1. mvoegele

    Die Spiegel-Argumente scheinen auf den ersten Blick einsichtig: aber, wie so oft, wenn man genauer hinsieht, zeigt sich ein völlig anderes Bild. Zu den “hard facts”: Die Prognosen für das Wachstum des Solarmarktes sind derart überzogen, daß ein Solaranbieter, der diese für sich beanspruchen würde, sofort als “unseriös” disqualifiziert würde. Tatsächlich ging das RWI, das “Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung” (RWI) in seiner Berechnung der EEG-Fördersummen vom Frühjahr dieses Jahres von rund einem Drittel der anfallenden Subventionshöhe im Vergleich zu den Zahlen aus, die Philippe Welter, Chef des Solarverlages, im Spiegel in Stellung bringt. Dabei hatte das RWI nur die nackten Kosten aufaddiert, diese aber nicht aber mit den Investitionen noch mit den Klimafolgekosten gegengerechnet.
    Wenn man dann noch in Betracht zieht, welche Summen im Laufe der Jahre in die Förderung der Steinkohle geflossen sind, ganz zu schweigen von den Geldern, die in Technologie und Betrieb der Atommeiler investiert wurden – dann ist es durchaus legitim zu fragen, in wessen Sold diejenigen stehen, die derart kruden Unsinn als seriöse Skepsis verkaufen.
    Statt daß wir froh wären, endlich wieder mit Schlüsseltechnologien weltweit in einer sehr guten Startposition zu stehen, wird in einer Art Selbst-Kannibalisierung dieser Vorsprung – zumindest argumentativ – mutwillig zerstört. Bleibt zu hoffen, daß die Praxis des ökonomischen Handelns das stärkere Argument bleibt – wider jene, die die Logik der Ökonomie so gern für ihr eigenes Argument in´s Gegenteil verkehren.

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