Faktoren des BIP-Wachstums

September 17th, 2006

hier ist der versprochene Link zu den Faktoren des BIP-Wachstums bzw. den Einkommens- und Vermögensquellen:

Die Studie, Prices and Earnings, 2006 issue (hier herunterladen als pdf), ist von USB Research und behandelt die Wohlstands-Unterschiede (Einkommen, Löhne und Preise) in einer (langen) Reihe von Ländern und Städten.

Der Punkt, den ich vorher angesprochen habe, findet sich auf Seite 36:

usb-research-gdp-factors.gif

Einige Faktoren für das schwächere Wachstum in Deutschland im Vergleich etwa zu den USA sind bereits häufiger diskutiert worden: die über die Jahre abnehmenden Arbeitsstunden pro Beschäftigten sowie die unvorteilhaftere demographische Entwicklung (in den beiden Ausprägungen: absoluter Zuwachs der Bevölkerung und Altersstruktur).

Was (mich) im positiven Sinne überrascht, ist der relativ stärkere Produktivitätsfaktor. Und da ist eben noch der Punkt "Capital", in welchem die USA einen ziemlich deutlichen Vorsprung haben.

Die demographische Entwicklung ist natürlich ein sehr komplexes Problem, dass man wohl nicht leicht ergründen und lösen kann. Die Arbeitszeit-Debatte ist eine sowohl politische als auch gesellschaftliche Entscheidung. Nicht zufällig differenziert auch die UBS Studie an dieser Stelle mit Hinsicht auf den Wohlstand bzw. die Lebensqualität:

But is it really possible to accurately measure and compare differing income levels and amounts of leisure time for different cities by the same yardstick? How, for example, can an annual income
of USD 33,100 and 3,900 hours of time off in Chicago be compared with an annual income of USD 22,200 and 4,200 hours of time off in Paris?

UBS Research, Prices and Earnings, 2006 issue, Seite 37.

Europa hat also eine "Entscheidung" für mehr Freizeit getroffen. Ob diese nun "freiwillig" und/oder bei den aktuellen (globalen) Herausforderungen vernünftig ist, sei dahin gestellt. Ansonsten "rein" ökonomisch steht Europa (und Deutschland) gut da. Nur die schwächere "Kapital-Partizipation" setzt für mich unnötige Grenzen des Vermögensaufbaus, die weder politisch noch wirtschaftlich begründet sind. Europa und im Speziellen Deutschland nutzen zu wenig ihre immer noch enorme Kapitalstärke im internationalen Vergleich für eine breitere und dynamischere Teilnahme am globalen Produktivitäts- und Wahlstandswachstum.


Kategorien: Analysen, Ressourcen

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