Eine neue Spekulationsblase?

August 29th, 2006

Eine neue Spekulationsblase?

Markus Koch, einst in den Zeiten des Dot-Com-Booms zum Börsen- und Medienstar geworden (dafür hat er jedoch keine "Schuld", dass seine Wall-Street-Reportagen so beliebt wurden), schreibt in seinem Börsen-Blog bei FocusMoney einen warnenden beitrag: Die neue Spekulationsblase

Die Rede ist von den vielen neuen Stars des so genannten Web2.0. wie YouTube, MySpace, Facebook etc. Die Zahlen, die große Unternehmen und Investoren bereit sind, für die neuen Web-Ventures zu zahlen, sind in der Tat atemberaubend.

Es ist richtig und wichtig auf mögliche Übertreibungen rechtzeitig hinzuweisen. Insbesondere von den Menschen, die den Neuer-Markt-Hype aus so unmittelbarer Nähe erlebt haben.

Und in der Tat, schaut man sich etwa Umsatzzahlen an (zum Beispiel bei digg.com wird im Beitrag von einem Jahresumsatz von 3 Mio. Dollar gesprochen, während die "Verkaufsvorstellungen" bei nicht weniger als 200 Mio. Dollar liegen sollen), scheint etwas nicht ganz in Ordnung zu sein.

Vielleicht erwähnt Markus Koch treffend die New-Economy-Phrase "Kurs-/Fantasieverhältnis"?
Wie ich im Kommentar angemerkt habe – nicht ganz. Es gibt erstens noch kaum Kurse (für den berüchtigten Verhältnis), denn die meisten dieser Unternehmen sind nicht an der Börse gelistet. Also noch kein Börsenhype. Ich bestreite nicht, dass bei solchen Zahlen, bald auch die ersten Aktiengesellschaften (in der Regel die besseren am Anfang) an die Börse kommen werden. Es werden womöglich etwas später die weniger guten folgen, mit dem einzigen Ziel die eventuellen Mondpreise zu kapitalisieren.

Aber ich glaube, noch sind wir nicht soweit. Und dass sie noch nicht in Scharen kommen, spricht eventuell von einem nicht sehr günstigen, aufnahmefähigen Markt – die Investoren werfen noch nicht blindlings mit Geld um sich.

Rein wirtschaftlich gesehen sind die Beispiele von Transaktionen bisher nicht ohne Erfolg. So lesen wird, dass die 588 Mio. Dollar, die für MySpace gezahlt wurden, bereits Werbeeinnehmen von 180 Mio. Dollar erzielen. Das klingt stark nach einem lukrativen Geschäft.

Die "Fantasie" der neuen Web-Unternehmen kommt zum größten Teil durch ihren riesigen Communities. Zum Teil nutzen sie noch gar nicht die Möglichkeiten, mit diesem starken "Asset" Werbeeinnahmen zu erzielen. Die neuen Investoren würden das schnell ändern, und dann, anhand der ganz realen aktuellen Rechnungen, lassen sich auch sehr große Kaufsummen rechtfertigen. Wie eine solche Rechnung aussehen kann, zeigte neulich Torsten Jacobi in seinem TJ's Weblog: How YouTube will become profitable?

Dies will jetzt nicht alles schönreden. Nur etwas, wie ich meine, "zurechtrücken". Aufpassen auf die Preise und noch mehr auf die Aktienkurse (der Unternehmen, die groß einkaufen oder die noch an die Börse kommen könnten) müssen wir noch auf jeden Fall.


Kategorien: Gesamtmarkt

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