Die Wikinger kommen: Norwegens REC will das größte Sonnenunternehmen werden
Oktober 24th, 2007

Hierzulande ist REC bisher kaum bekannt. Nur die Sonnen-Insider haben registriert, dass Q-Cells mit den Norwegern zusammenarbeitet und sich an der gesellschaft beteiligt hat. Doch diese Wahrnehmung dürfte sich bald ändern. Denn offenbar ist REC auf gutem Wege, in den nächsten Jahren der Branchenführer zu werden. Darauf deuten jedenfalls die Ausbaupläne hin. Die Zeitschrift "Photon" schätzt daher, dass REC schon 2010 Marktführer sein könnte. Warum?
Allein die veröffentlichten Investitionspläne summieren sich auf 1,5 Milliarden Euro. Weitere Fabriken sind jedoch schon in Planung. So hat REC in Asien einen Standort im Auge, der wohl in Korea sein wird. Es geht um ein Investitionsvolumen von zwei bis drei Milliarden Dollar. Auf einem Quadratkilometer Land sollen 3000 bis 5000 Arbeitsplätze entstehen, verriet REC-Chef Erik Thorsen in einem Interview, das er mit "Photon" geführt hat. Wenn alles gut laufe, würden die ersten Produkte wohl schon 2010 die Fabrik verlassen. Zudem will REC neue Siliziumkapazitäten aufbauen. Thorsen: "Ich glaube nicht, dass es ein weiteres Solarunternehmen gibt, dass solch umfangreiche Investitionen tätigen will. Unsere Expansionspläne sind ziemlich aggressiv."
Noch nicht begeistert ist Thorsen über die Dünnschichttechnologie, die überall als zukunftsträchtig bezeichnet wird. Das mag daran liegen, dass sein Unternehmen nicht unter einem Mangel an Silizium leidet und der Rohstoff auch die Expansion nicht behindert. Dass die Branche kurzfristig etwas gegen den Klimwandel tun kann, glaubt er übrigens nicht. Denn auch wenn Solarunternehmen stark expandieren, der Strom ihrer Produkte würde vielleicht nur den Nachfrageanstieg befriedigen.
Was könnte man machen, damit die Industrie schneller wächst?
Mehr und kostengünstiger produzieren.
Sollte die Einspeisevergütung in Deutschland schneller als geplant gesenkt werden?
Die schnellere Absenkung der Vergütung ist das richtige Signal.
Ein bissiger Norweger: Das wird vielen in der Solar-Branche sicher nicht gefallen, weil sie dann wohl weniger verdienen und schneller die Kosten senken müssten. Da hilft dann nur eins: Noch schneller expandieren und dem Norweger zeigen, was ein ostdeutscher Kämpfer ist. Oder wollen sich die Deutschen von den Wikingern die Butter vom Brot nehmen lassen?
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