Die Stimmung will sich trotz 7000 Punkten nicht wirklich aufhellen

Februar 22nd, 2007

Die Stimmung will sich trotz 7000 Punkten nicht wirklich aufhellen

Die Stimmung ist in den letzten Tagen an der Börse etwas seltsam. Natürlich, wenn die Kurse steigen und wenn diese Steigerungen jetzt schon eine ganze Weile andauern sowie wenn eine so runde Marke wie 7000 im Dax kurzfristig überschritten wird, ist die Stimmung per se gut. Die Grafik der Dax-Entwicklung kann nichts anderes aussagen, als "die Stimmung ist gut".

Wenn man aber die Erhebungen von cognitrend (und sein bauchgefühl) zum Rate zieht, zeichnet sich eine interessante Situation: die Marktteilnehmer lassen sich von den steigenden Kursen nicht begeistern. Die Optimismus-Werte nehmen in diesem Jahr zwar mit kleinsten Schritte zu, aber insgesamt liegen sie deutlich unter dem, was wir als richtigen Optimismus, ja Begeisterung bezeichnen würden.

Es ist durchaus möglich, dass zu viele eine Korrektur erwartet haben. Ich habe auch nach dem hohen Anstieg erstmal auf eine Pause getippt. Diese lässt aber hartnäckig auf sich warten.

Wie Joachim Goldberg von cognitrend anmerkt, sollte man hier zwischen entgangenen Gewinnen und Verluste unterscheiden. Die ersten dürften überwiegen, aber auch Verluste durch Short-Positionen sind ganz bestimmt entstanden. Dies kann dem Markt zusätzlichen Schub im Falle weiterer Steigerungen verleihen bzw. eine Unterstützung bei kurzfristiger Schwäche:

Dennoch scheinen sich die Marktteilnehmer immer noch schnell genug an die neuen Höchststände gewöhnen zu können, so dass eine Kapitulation derselben über eine Short-Squeeze bislang nicht erfolgt ist. Auch die 7.000er-Marke hat bislang nicht gereizt. Oder liegen die guten Stopps gar 30 bis 40 Punkte über dieser runden Zahl? Mag sein, dass es sich für einige "nur" um entgangene Gewinne handeln mag, die ja nicht von jedem zwingend realisiert werden müssen. Aber es sind auch echte Verluste durch Short-Spieler entstanden. Ihre Nachfrage wirkt nach wie vor als Stütze für den DAX – auch bei größeren Korrekturen. Deswegen kann die derzeitige Hausse nur gebrochen werden, wenn sich der Kapitalstrom der langfristig orientierten Akteure umkehren sollte. Und das wäre vermutlich nur der Fall, wenn in anderen Anlageklassen hohe Verluste auftreten.

Auch die runden 7.000 reizen nicht


Kategorien: Anlegersentiment

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