Die kleine Arques-Tochter Arquana liefert nur Fehldrucke – bisher jedenfalls
August 1st, 2007

Einer der großen Verlierer der vergangenen zwölf Monate ist die arques-Tochter Arquana. In dieses Unternehmen hat die Starnberger Beteiligungsgesellschaft ihre Druckaktivitäten ausgegliedert und über einen Börsenmantel an die Börse gebracht. Der Kurs von Arquana lief anfangs ausgezeichnet, wohl weil Investoren auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie bei Arques tippten – der Name allein sollte das wohl nahelegen. Doch dann stellte sich heraus: So aufregend ist die Druckbranche nicht. Allein die Risikohinweise im Börsenprospekt von Arquana sprechen da Bände – man beachte insbesondere die Branchenrisiken. In der Folge verlor die Aktie rasant, mehr als zwei Drittel, fiel sogar unter sieben Euro. Ist sie nun unterbewertet?
Ja, wenn man den Gewinn des ersten Quartals von einer Million Euro zum Maßstab nimmt. Dann ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa vier. Doch leider ist dieses nicht besonders aussagekräftig, weil die Gesellschaft durch Übernahmen stark wachsen will und daher einen entsprechenden Kapitalbedarf hat. Wie schnell sie profitabel wird, ist dagegen bei dieser Strategie schwer zu schätzen. Da die Druckbranche extrem schwierig ist und seit Jahren leidet, sind niedrige Margen die Regel und Überkapazitäten ohnehin.
Auf Arquana zu wetten heißt zu hoffen, dass die Gesellschaft wie von ihr beschworen ein Konsolidierungsführer in der Sparte Rollenoffset wird. Das ist möglich, aber alles andere als sicher. Großartige Umsatzziele hat die Gesellschaft dafür – von mehreren hundert Millionen im nächsten Jahr schon. Allein in diesem Jahr dürfte sie aber erst mindestens 160 Millionen Euro umsetzen. Das ist jedoch immerhin etwa zehn Mal soviel wie der aktuelle Börsenwert. Gemessen am Verhältnis von Kurs und Umsatz deutet sich also eine starke Unterbewertung an.
Beruhigend an Arquana ist für mich, dass die starke Mutter Arques noch 50 Prozent der Anteile hält. Das heißt, Arquana wird wohl kaum das Geld ausgehen, dafür wird Arques sorgen. Und wenn alles schief geht, dass muss Arquana eben von Arques saniert werden. Darin haben die ja Erfahrung. Sicher will Arques seine Tochter Arquana nicht als Fehlschlag abschreiben. Das wäre am Ende doch wohl etwas zu peinlich – angesichts der fantastischen Sanierungsbilanz von Arques. Der Erfolgsdruck ist also gegeben, was ich als gutes Zeichen werte.
Wer hier trotz allem einsteigt, sollte dies nie ohne Limit tun. Denn der Markt ist eng bei solch einem Mini-Nebenwert.
Chart und Nachrichten zu Arquana
Chart und Nachrichten zu Arques
Bilanz 2006 von Arquana
Quartalsbilanz 2007 von Arquana
Die Aktie – Investor Relations von Arquana
Der Börsenprospekt
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