Die drei Aktien-Strategien des Benjamin Graham
Juni 26th, 2007

Benjamin Graham (1894 bis 1976) ist der Gründervater einer ganzen Investmentschule, des Value-Investing. graham galt als hervorragender Investor, noch bedeutender sind aber seine Veröffentlichungen. Insbesondere das Buch "The Intelligent Investor", das 1949 herauskam, gilt als Standardwerk der Wertpapieranalyse. Aus seiner Schule ist insbesondere Warren Buffett hervorgegangen, der bei ihm studierte. Professor Max Otte beschreibt in dem Buch "Deutsche Superinvestoren" die Aktienstrategien von Graham. Hier sind die wichtigsten:
1.Kurs relativ zum Netto-Umlaufvermögen: Graham kaufte Aktien, deren Börsenwert geringer war als das Nettoumlaufvermögen abzüglich sämtlicher weiterer Schulden. Solche Gelegenheiten ergeben sich vor allem in extrem Marktphase, zuletzt nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes, als einige Aktien zeitweise deutlich unter ihrem Kassenbestand abzüglich weiterer Verbindlichkeiten notierten.
2.Gewinnrendite, Dividendenrendite und Verschuldung: Die Gewinnrendite, der Kehrwert des KGV, sollte doppelt so hoch sein wie die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen. Die Dividendenrendite sollte nicht weniger als zwei Drittel der Anleihenrendite betragen. Zudem sollten die Schulden nicht höher als das Eigenkapital sein, die Eigenkapitalquote also mindestens 50 Prozent betragen.
3.Aktienanalyse für den konservativen Anleger: Graham hat für vorsichtige Anleger sieben Kriterien entwickelt.
1. Umsatz mehr als 500 Millionen Dollar
2. Umlaufvermögen mehr als doppelt so hoch wie kurzfristige Verbindlichkeiten
3. Keine Verluste in den vergangenen zehn Jahren
4. Immer eine Dividende in den vergangenen 20 Jahren
5. Gewinnwachstum von mindestens 33 Prozent in den vergangenen zehn Jahren
6. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis sollte unter 15 sein
7. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis sollte unter 1,5 sein
Das Problem: Das sind harte Kriterien. Und: Wer hat schon Zeit und Muße, alle diese Kriterien bei jeder Aktie zu überprüfen?
Graham glaubte: "Investieren ist dann am besten, wenn der Investor sich am umfassendsten in die Position des Unternehmens hineinzuversetzen versteht." Das erfordert Übung, Aufwand sowie unternehmerische Denke und sollte auch Spaß machen. Wer sich intensiv mit der jeweiligen Aktie beschäftigt, kann dann auch unter weniger rigiden Kriterien investieren. Letztlich ist die richtige Aktienauswahl eine Kunst, die Kriterien helfen nur bei der Analyse.
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