Die Börsenwoche oder warum Kaldemorgen, Thailand und RWE uns den Weg zeigen
Juli 22nd, 2007

Was ist denn gerade so los? Geld verdienen kann man am besten mit einzelnen Aktien, wenn man sie früh und günstig kauft. Doch es lohnt sich auch, das Große und Ganze im Blick zu behalten. Daher wieder ein paar Hinweise, was in der Woche so passiert ist und wer sich darüber gedanken gemacht hat. Und wenn jetzt so viel von Krise geredet wird: Darin liegt auch eine Chance. Viele Börsenkurse sind hoch, aber gerade große Aktien sind noch nicht teuer.
Das Börsenotizbuch schreibt auf, was DWS-Fondsmanager Klaus Kaldemorgen derzeit so meint: Er warnt und macht Mut.
Frage: Kann der Privatanleger sich noch zurecht finden?
Antwort: Ja, solange er sich nicht da tummelt, wo die Profis spielen. Die sind häufig kurzfristig orientiert, denn es zählt oft nur der schnelle Erfolg. Viele sagen also, diese oder jene Aktie habe noch ein Aufwärts- oder Abwärtspotenzial von 10 Prozent auf Jahressicht. Das ist völlig in Ordnung – aber die Verdoppelung innerhalb von ein paar Jahren, das ist doch das Interessante. Und über diesen Zeitraum haben auch Privatanleger Chancen. Schon weil sie sich in bestimmten Branchen ebenso gut auskennen wie die Profis.
Frage: Und – sind deutsche Aktien auch unter strategischen Gesichtspunkten reizvoll?
Antwort: Sie sind bestens positioniert. Der sehr industrielastige Dax ist gar nicht mal teuer. Aber 8000 ist eben nicht mehr 2000. Wer sich allerdings langfristig engagieren möchte, dem kann das egal sein.
Offenbar beginnt die Zeit der heißen Dax-Wetten – und alle wetten natürlich mit. Zeitenwende meint mit Bezug auf Robert von Heusinger: Das ist meine neue Wette: Im laufenden Jahr wird es kein neues Hoch im Dax mehr geben. Nettes Spiel: Ich mache mit und blicke weiter auf 10000 Punkte im Dax. Ob die Kurse zwischendurch mal 20 Prozent fallen? Um so besser! Das große Geld, das die Börse bestimmt, wartet doch nur darauf, billig einzukaufen. Als Privater schwimme ich ja sowieso nur im Sog. Ach ja, hier ist einer, der uns die Daumen drückt…
Exxon hat übrigens endlich die Schwelle von 500 Milliarden Dollar Börsenwert überschritten. Danke an die Kapitalmarktexperten, die es notierten.
Auf Smartrack tippt das Aktientagebuch. Smartrac ist nach eigener Auffassung der weltweit führende Anbieter von High Security-Inlays im Bereich Radio Frequency Identification (RFID) für kontaktlose Zahlungskarten und Reisepässe mit integriertem kontaktlosen Chip ("ePassports"). RFID ist eine Technologie, die sehr vielfältig eingesetzt werden kann: So werden in den kommenden Jahren immer mehr kontaktlose Bank-, Kredit- und Kundenkarten für das Unternehmen ein reges Wachstum generieren, da immer mehr Kartenaussteller zu den kontaktlosen Kartensystemen übergehen werden.
In Stockstreet finde ich einen interessanten Beitrag über RWE. "In letzter Zeit wurden häufig die Probleme der Energieversorger in den Mittelpunkt der Diskussionen gestellt. Die Schwierigkeiten im Atombereich, die drohende Trennung von den Netzen, das schlechte Image durch die zahlreichen Preiserhöhungen bei Strom und Gas. Fakt ist jedoch, dass die Geschäftsaussichten der Branche nach wie vor gut sind und dass die Versorger gutes Geld verdienen. Experten rechnen nicht mit einem Einbruch bei Gas- und Strompreisen, im Gegenteil: Die sowieso schon hohen Preise dürften mittel- bis langfristig weiter steigen."
Frank Wiebe schreibt auch unregelmäßiger im Weitwinkel. Aber wenn er zuschlägt, ist es immer lesenswert, wie sein Stück über Al Capone. "Bei der Göttinger Gruppe drängt sich der Vergleich mit Al Capone auf. Wir erinnern uns: Der Gangster kam nicht wegen seiner wirklichen Verbrechen in Haft, sondern wegen Steuerkram. Bei Erwin Zacharias, dem Gründer der Göttinger Gruppe, könnte es ähnlich laufen. Er ist festgenommen worden – aber Hintergrund ist ein Steuerverfahren. Wegen der Geschäftspraktiken der Göttinger Gruppe ist dagegen noch keiner hinter Gitter gewandert. Dabei hat diese Gruppe rund 270000 Menschen um ihre Ersparnisse erleichtert, in dem sie ihnen ein – von vorn herein erkennbar – unseriöses Sparprodukt angedreht hat."
Thailands Börse auf Klettertour, lese ich in Yeald. Das ist interessant, weil das Land als einer der am günstigsten bewerteten Märkte gilt. Davon geht jedenfalls der Vermögensverwalter Peter Huber aus Oberursel aus.
Über die Börse zu bloggen, scheint nicht besonders beliebt und auch schwer zu sein. Jedenfalls fällt mir immer wieder, dass viele Versuche wieder aufgegeben werden oder nur unregelmäßig verfolgt werden. Nur ein Beispiel ist der Nonametrader. Schade!
Also gehen wir zu den Merkwürdigkeiten über. Der Finanzblog kümmert sich um Wein: In einen Fonds investieren würde ich nicht, Trinken reicht doch!
Was ist ein Blotter? Das fragt Daytrading.de. Muss man das wissen? Ok, hier ist die Erklärung: Unter einem Blotter verstehen Trading- und Investment-Experten ein Handelsjournal. Im Blotter verzeichnet der Trader alle getätigten Trades. Ein- und Ausstiegspreis, Stückzahl und Profit bzw. Verlust.
Schönen Urlaub übrigens an Egghat!
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