Die Börse in der Ukraine lässt sich von der Politik nicht beirren
abgelegt im Archiv Emerging Markets am 08.07.07
"Gierig auf den wilden Osten." So titelt Euro am Sonntag. Das gilt vor allem für die Börse in der Ukraine, deren Kursniveau sich seit Jahresanfang verdoppelte. Das ist im Vergleich mit Slowenien, Serbien, Kroatien, Rumänien und bulgarien Spitze. Damit hat die Ukraine die Konkurrenz auch vom Börsengewicht her weiter abgehängt und blickt nun auf zu Ungarn. Weit weg ist noch Tschechien, von Polen gar nicht zu reden.
Die politische Dauerkrise in dem großen Land mit 46 Millionen Einwohnern scheint die Investoren nicht mehr zu irritieren. Sie schauen wie die hier schon zitierte ukrainische Studentin Anastasia Kulchitskaja auf die Fußballeuropameisterschaft 2012 und die wirtschaftlichen Daten. Diese sind im Vergleich sehr gut. Zuletzt ist die Wirtschaft mehr als sieben Prozent gewachsen und die Arbeitslosenquote lag bei rund 6,5 Prozent. Nur die Inflationsrate ist mit mehr als neun Prozent noch recht hoch.
"Politische Stabilität ist im zweitgrößten Land Europas nicht zu erwarten", schreibt Euro am Sonntag. Im Ranking der korruptesten Staaten sei die Ukraine 40 Plätze hinter Bulgarien zu finden. In schöner Regelmäßigkeit komme es in Kiew zu schweren Regierungskrisen. Dennoch zeigte sich die Börse unbeeindruckt davon, dass das politische Leben monatelang gelähmt war. "Investoren haben es aufgegeben, politische Ereignisse in der Ukraine nach westlichen Mustern zu beurteilen", erklärt dies Roman Zakharov von der ukrainischen Investmentfirma Foyil. "Zwischen dem politischen Lärm und der Entwicklung der Unternehmensergebnisse besteht ein geringer Zusammenhang."
Hoffen wir, dass dies so bleibt. Dann hat die Ukraine noch goldene Jahre vor sich. Wer übrigens einen Osteuropa-Fonds ohne Russland kaufen möchte, dem empfiehlt Euro am Sonntag den "SEB Eastern Europe ex Russia". Er hat in einem Jahr fast 60 Prozent zugelegt.

Tags: Börse Ukraine Emerging Schwellenmärkte Osteuropa
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