Die Allianz überflutet die Londoner mit einer grünen Anleihe
Juni 12th, 2007

Weinberge in Schottland, Haifische in der Nordsee und Meerwasser in der Londoner City? Von letzterem geht die Allianz aus. Die Versicherung hat vor wenigen Wochen zum ersten Mal eine Flutanleihe auf den Markt gebracht, lese ich im Report des Handelsblatt-Korrespondenten Michael Maisch. Eine schöne Wette: Wer die anleihe kauft, hofft darauf, dass die 350.000 Arbeitsplätze im Bankenviertel von London nicht im Nordseewasser verschwinden. Nach aller Wahrscheinlichkeit ist das noch eine Katastrophe, die wohl kaum eintritt. Doch vollkommen von der Hand zu weisen, ist es nicht. Deshalb verlagert die Allianz das Risiko auch lieber auf viele Schultern, als es allein in die eigenen Bücher zu nehmen.
Das Prinzip sei recht simpel, erklärt Maisch: "Bleibt die City warm und trocken, zahlt die Allianz den Investoren einen attraktiven Zins und gibt am Ende der Laufzeit das Geld zurück. Schwappt das Wasser in die Handelssäale der Banken, kann die Allianz auf das Kapital der Investoren zurückgreifen, um die verheerenden Schäden zu bezahlen."
Der Flutbond ist nur das spektakulärste Beispiel dafür, wie clevere Banker nun mit dem Thema Klimaschutz Geld machen. Allen voran HSBC: "Es hat keinen Sinn mehr, den Klimawandel zu leugnen", sagt der Chef einer der größten Banken der Welt. Passend zur neuen Bankerfarbe heißt der Mann übrigens schon: "Green", Stephen Green. Damit man ihm seine grüne Haltung auch wirklich abnimmt, hat seine Bank mal so eben ein paar Umweltorganisationen 100 Millionen Dollar spendiert. Die Sprache des Geldes zieht eben immer.
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