Die 50-Prozent-Chance oder warum Augusta wieder den Durchblick hat
abgelegt im Archiv Börsentipp am 16.06.07
Augusta Technologie ist ein Opfer des Neuen Marktes. Falsche Strategie, teuer finanziert und dann beinahe kaputt gegangen an den Schulden. Doch im vergangenen Jahr hat die Beteiligungsgesellschaft endlich durch eine geschickte Umfinanzierung die Kurve bekommen. Die alten Schulden sind weg, ein neuer Vorstand da und damit auch eine neue Perspektive für das Unternehmen. Aus einem Mix an Beteiligungen soll nun ganz schnell ein Industrieunternehmen entstehen, das sich auf zwei Bereiche konzentriert: Sensorik und automatisierung.
Das macht Sinn, weil optische Anwendungen immer wichtiger werden - in allen Bereichen. So ist Augusta bereits Marktführer bei Digitalkameras mit FireWire-Schnittstellen. Gleiches gilt in Europa bei Sensoren für die Medizintechnik. Zwar glauben die Analysten von SES Research, dass weiteres Umsatzwachstum programmiert ist. Doch in ihren Prognosen gehen sie nur von sieben Prozent aus. Damit landen sie 2009 erst bei knapp 140 Millionen Euro.
Dies steht in krassen Widerspruch zu den Prognosen, die Augusta auf der Hauptversammlung in dieser Woche selbst veröffentlichte. Bis 2010 will der neue Chef Amnon Harman den Umsatz im Vergleich zu 2006 auf 220 Millionen Euro verdoppeln. Das entspricht einer Wachstumsrate von annähernd 20 Prozent. Hinzu kommt sein Renditeziel: Vor Zinsen und Steuern will er die Marge auf 14 bis 15 Prozent erhöhen. SES rechnet nur mit 13 Prozent, traut also dem Braten noch nicht.
Wie zuversichtlich das Management ist, zeigt auch folgende Ankündigung: Ab 2007 soll wieder eine Dividende gezahlt werden. Da dies aus rechtlichen Gründen für 2006 nicht möglich ist, hat sich das Unternehmen einen Aktienrückkauf genehmigen lassen. Das sichert den Kurs bis ins kommende Jahr vorerst nach unten ab und gibt Augusta auch noch eine Übernahmewährung in die Hand. Käufe kann es damit teilweise mit eigenen Aktien bezahlen.
Die SES-Analysten Malte Schaumann und Andreas Wolf sehen zwar einen Bewertungsspielraum bis 22 Euro, doch ihr Kursziel setzen sie voerst bei 19,30 Euro. Das macht aufgrund ihrer Bewertung Sinn, und selbst wenn der Kurs also noch um ein Viertel stiege, wäre Augusta nach dieser Logik noch nicht teuer.
Meine Kalkulation orientiert sich an den Vorgaben des Vorstandes. Amnon Harman wird sich wohl kaum die Blöße geben wollen, dass er seine Ziele nicht erreicht. Dann wäre er an den Märkten unten durch. Fatal für einen jungen, aufstrebenden Manager. Wenn er also bis 2010 den Umsatz auf 220 Millionen Euro verdoppelt und dann vor Zinsen und Steuern 33 Millionen Euro verdiente, müsste ein Reingewinn von 20 Millionen Euro drin sein. Wer dann für das ganze Unternehmen 200 Millionen Euro zahlt, verhebt sich bestimmt nicht im Preis. Im Vergleich zum aktuellen Börsenwert hat die Aktie damit jedoch in den kommenden zwei Jahren ein Potential von mindestens 50 Prozent - konservativ gerechnet. Das ist doch was! Eine Aktie muss sich nicht immer gleich verdoppeln, es reicht, wenn es in einer guten Branche stetig nach oben geht. Augusta ist dies zuzutrauen.
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Tags: Börse Aktien Augusta Technologie Optik Sensoren
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