Die 30-Prozent-Chance oder wie sich Arques mit Kinderwagen saniert
abgelegt im Archiv Börsentipp am 01.06.07
Unter Zockern in StudiVZ ist Arques eine heiß diskutierte Aktie. Auch die Blogger-Kollegen von Focus on Markets haben sie im Blick. Denn aus dem Nichts hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren einen Umsatz von rund 800 Millionen Euro gemacht - mit mehr als 100 Millionen Gewinn. Raketenähnlich ist die Aktie daher hochgeschossen. Und steigt weiter. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Kurs erneut verdoppelt. Und mindestens 30 Prozent seien auch in den kommenden zwölf Monaten drin, schätzt Klaus Kränzle, Analyst von GSC-Research aus düsseldorf. Sein Kursziel hat er daher von 24 auf 33 Euro hochgesetzt.
Arques war zuletzt durch zwei Dinge aufgefallen: Das Ausscheiden des Gründers Peter Löw und den Verkauf des Kinderwagenherstellers Teutonia. Als Arques das Münsterländer Unternehmen im April 2004 für 100.000 Euro kaufte, war es praktisch am Ende. Drei Jahre später waren die Kinderwagen repariert. Sie brachten zehn Millionen Euro. Billig marode Firmen kaufen, sie sanieren, eine Weile unter neuem Management arbeiten lassen und dann teuer wieder verkaufen. Dies ist das Geschäftsprinzip von Arques. Es funktioniert offenbar auch in größerem Stil - und bisher so gut wie ohne Schulden. Das ist einzigartig in dieser Branche.
In diesem Jahr will Arques kaputte Unternehmen im Wert von 800 Millionen Euro kaufen. Damit verdoppelt sich der Umsatz. Der Gewinn steigt nicht ganz so stark, ist aber ohnehin schwieriger zu prognostizieren. Denn er hängt davon ab, wie schnell die Ertragswende in den einzelnen Neuerwerbungen gelingt und wieviel der Verkauf nach ein paar Jahren bringt. Eine Weile hatte die Börse Probleme mit dem Arques-Modell. Doch inzwischen ist es akzeptiert. Darauf deutet nach Ansicht von Kränzle die Kapitalerhöhung vor ein paar Tagen hin. Arques sammelte problemlos knapp 48 Millionen Euro ein.
Die Standard-Kennzahlen sind übrigens selten gut. Kränzle rechnet in diesem Jahr mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4, also einer Gewinnrendite von 25 Prozent, und einer Dividendenrendite von 3,2 Prozent. Die Eigenkapitalrendite lag laut Onvista im vergangenen Jahr bei stolzen 37 Prozent. Den inneren Wert der Beteiligungen errechnet Kränzle mit 367 Millionen Euro. Das ist deutlich weniger als der Börsenwert, der mittlerweile über 600 Millionen Euro liegt. Der Aufschlag sei aber gerechtfertigt, weil Arques bewiesen habe, "dass man über die Expertise verfügt, über Exits hohe stille Reserven zu heben".
Wenn alles gut läuft, ist übrigens auch mehr als 30 Prozent drin. Kränzle: "Wir können uns durchaus vorstellen, die Schätzungen im Jahresverlauf nach oben anzupassen."

Tags: Arques Löw Teutonia Börse Aktie Nebenwert
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Kommentar von:
egghat
(03.06.07 16:27 Uhr)
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Arques ist ein Hebel auf eine optimistische Börse. Läuft die Börse und laufen die Neuemissionen, verdient Arques Geld. Und inzwischen hängt Arques daran, denn die Beteiligungen werden inzwischen sogar groß, dass der Exit über die Börse oft der profitableste Exit sind.
Tolle Firma, aber wenn die Börse nicht läuft, werden auch die nichts reissen können. Allerdings ist Arques so solide, dass die einen Crash überstehen und nicht wie so viele unglaublich tolle Beteiligungsgesellschaften aus dem Jahr 2000 die Grätsche machen.
Bye egghat.