Die 100-Prozent-Chance oder warum IFM alte Hochhäuser wie neu aussehen lässt
August 8th, 2007

Ein Fan von Immobilienaktien bin ich derzeit wirklich nicht. Die meisten fallen wie ein Stein, und noch immer ist kein Ende des Abwärtstrends absehbar. Das ist auch kein Wunder. Die Zinsen steigen, was immer schlecht für diese Aktiengattung ist, weil sich Finanzierung und Opportunitätskosten verschlechtern. Außerdem waren Immobilienaktien der Renner des Vorjahres. Viele ausländer stiegen ein, weil sie auf einen Boom in der Branche hofften. Doch das neue Gesetz über Reits ließ viele Spekulationen platzen. Wohnungsunternehmen dürfen ihre Bestände überhaupt nicht in diese steuerbegünstigte Immobilienaktie ausgliedern. Und viele Verkäufer von Büros warten auf das nächste Jahr. Denn dann ist die Unternehmenssteuerreform in Kraft. Unter den neuen Regeln lohnen sich Büroverkäufe stärker, was auch für mehr Reits sorgen wird. Doch es gibt auch Aktien, die sich diesen Branchentrends entziehen. Eine davon ist IFM Immobilien. Warum?
IFM kauft und renoviert alte Hochhäuser in guten Lagen. Ein Bürokomplex ist vielleicht nicht mehr vermietbar, weil es genügend bessere Konkurrenz gibt. Das ist eine Chance für die Gesellschaft. Sie hat in Frankfurt schon bewiesen, dass das Geschäftsprinzip funktioniert und dass gute Gewinne drin sind. Derzeit wird noch ein Portfolio aufgebaut, im ersten Schritt soll es etwa 500 Millionen Euro groß werden. Das Angebot ist offenbar groß genug, allein in Frankfurt stehen 1,2 Millionen Quadratmeter leer, sagte Vorstandschef Georg Glatzel jüngst in einem Interview mit der Frankfurt Allgemeine Sonntagszeitung. Die Hälfte davon ist seiner Einschätzung nach strukturell bedingt. Das heißt, die Büros sind schlicht Schrott – derzeit. Und: Sein Markt wächst eher noch.
Die Aktie gefällt mir aber auch aus einem anderen Grund. Derzeit ist sie eher unterbewertet, selbst wenn man konservativ herangeht. Unternehmenschef Glatzel gibt den Nettovermögenswert oder Net Asset Value (NAV) je Aktie für Anfang Juli mit 14,08 Euro an. Zuletzt war die Aktie dagegen unter zwölf Euro zu haben. In diesem NAV ist jedoch nicht enthalten die Aufwertung einiger Immobilien im Bestand von IFM, also die Wertschöpfung durch IFM. Die Analysten der Commerzbank glauben sogar, dass der NAV sich in den nächsten drei Jahren verdoppeln könnte. Damit stecken sie gleichzeitig auch das Potential für die Aktie ab.
Nun bin ich gespannt auf die Halbjahreszahlen von IFM, die in einigen Wochen kommen. Aktuell ist die Aktie etwas von ihren Höchstständen um 14 Euro heruntergekommen. Ich werte dies eher als Chance denn als Hinweis auf weitere Kursverluste. Übrigens: Noch ist IFM im niedrig regulierten Entry Standard notiert, doch es will offenbar in den hoch regulierten Prime Standard, spätestens 2008. Das ist auch ein gutes Zeichen und erleichtert die Fortschritte der Gesellschaft, weil dadurch auch regelmäßig Berichte kommen werden.
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