Der Stahlhändler Klöckner & Co hat trotz Kursrutsch gute Perspektiven
August 28th, 2007

Die Aktie des Stahlhändlers Klöckner ist wieder interessant. Das findet auch die JPMorgan asset management Holdings. Sie hat ihre Beteiligung am 15. August auf 5,05 Prozent aufgestockt. Kein Wunder, schließlich gehörte die Aktie zu den größten Kursverlierern im Zuge der jüngsten Aktienmarktkorrektur. Der Kurs hatte sich zuvor auch mehr als verdreifacht. Viele Investoren nahmen daher wohl vorsichtshalber Gewinne mit. Allerdings bot das Management vordergründig dafür auch einen guten Anlaß, weil der Gewinn des zweiten Quartals deutlich niedriger ausfiel.
Dies ist jedoch erklärbar, wie ich einem Interview in der FAZ am Sonntag mit Klöckner-Chef Thomas Ludwig entnehme. Er verweist darin darauf, dass sich operativ nichts verändert habe und der Gewinnrückgang auf einem einmaligen Effekt beruhte. Klöckner hat seine Finanzierungsbasis geschickt verändert und in diesem Rahmen auch eine alte Hochzinsanleihe vorzeitig zurückgezahlt. Gleichzeitig wurde eine Wandelanleihe neu aufgelegt. Mehr als 300 Millionen flossen dadurch in das Unternehmen. Das Geld will Ludwig für weitere Käufe in einer Branche verwenden, die extrem zersplittert ist.
Überraschend für mich ist, dass Klöckner anscheinend nicht unter der Hypothekenkrise in Amerika leidet. Zwar läuft das Geschäft dort nicht berauschend, es bricht aber auch nicht ein. Ludwig bestätigte in dem Interview, dass er den Umsatz in diesem Jahr um mehr als 15 Prozent steigern will. Auch operativ soll das Ergebnis steigen. Entscheidend sind aber die mittelfristigen Prognosen: "Die Marge beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll in zwei Stufen zunächst von 6,1 Prozent in richtung acht Prozent und später in Richtung zehn Prozent steigen", sagte Ludwig. Das geht nur über weitere Kostensenkungen.
Ludwig will auch künftig 30 Prozent des Gewinns ausschütten, wobei er für dieses Jahr eine stabile bis leicht steigende Dividende avisiert. Sein Fazit: "Die Story der Aktie ist weiter intakt. Die negativen Einflüsse der vergangenen Woche an der Börse verändern derzeit in keiner Weise unsere Perspektive, die Postion als größter unabhängiger Stahlhändler auszubauen."
Die Analysten der UBS finden das im Prinzip wohl auch. Sie stuften die Aktie gerade von "neutral" auf "Kaufen" hoch. Den Sektor bewerteten sie allerdings neu. Daher sank Kursziel von 65 auf 48,50 Euro. Das ist nun bereits fast wieder erreicht. Die jüngsten Kursverluste bei der Aktie seien übertrieben und Ausdruck der Marktliquidität und Kreditsorgen gewesen. Unternehmensspezifische Gründe hätten nicht den Ausschlag gegeben. Die Gewinne aus dem ersten Halbjahr könnten in der zweiten Jahreshälfte wiederholt werden. Und weitere Übernahmen brächten zusätzliches Aufwärtspotenzial mit sich.
Die Wochenzeitung "Euro am Sonntag" gibt ein Kursziel von 55 Euro vor. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2008 gibt sie mit 9,1 an – das ist attraktiv. Den Stopp-Kurs setzen sie bei 35 Euro. Mittelfristig sollten aus meiner Sicht wieder Kurse über 60 Euro drin sein, da das Management das Unternehmen konsequent ausbaut, dabei die Kosten senkt und die Marge erhöht.
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