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Der Mythos vom freien Markt oder das Rätsel der Osterinsel

abgelegt im Archiv Buchtipp , Klima am 03.06.07

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"Wir haben nur diesen einen Planeten." Mit diesem Satz versetzte mich Franz Josef Radermacher in seinem Buch "Welt mit Zukunft" ins das Jahr 1722. Damals entdeckte der niederländische Seefahrer Jacob Roggeveen eine völlig abgelegene Insel, die ein Bild der Verwüstung bot. Die Ufer waren von riesigen Statuen gesäumt, manche von ihnen so hoch wie ein fünfstöckiges Haus. Viele dieser Holzgebilde hatten schlanke Schädel sowie seltsam spitze Nasen und waren umgeworfen. Nur noch wenige einwohner gab es, und vegetierten kümmerlich vor sich hin.



Als die ersten Siedler die Osterinsel um 700 erreichten, waren dagegen weite Teile noch üppig mit Wald bedeckt. Doch weil ihre Bewohner aus religiösen Motiven heraus so imposante Figuren bauten, schmolz der Wald dahin. Damit verschwanden auch die Seevögel, Regenwasser floss ungehindert über die Insel, und die Böden wurden ausgelaugt. Holzstämme für Kanus gab es irgendwann auch nicht mehr. Fischen fiel also aus. Hungersnöte und Kannibalismus waren die Folge. Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen?

"Vermutlich wegen der Eitelkeit und dem Machthunger der Häuptlinge in einem absurden Wettbewerbssystem", schreibt Radermacher. Auf der Osterinsel lebte ein Dutzend Sippen, unter denen ein offener Wettstreit ausgebrochen war: Wer errichtet die meisten und größten Kultfiguren? "Dem konnte sich niemand entziehen. Jeder Häuptling, der kleinere und bescheidenere Statuen hätte bauen lassen, wäre abgesetzt worden."

Was lehrt uns das? Sowohl die Osterinsel als auch der Planet Erde sind isoliert - die eine im Pazifik, der andere im Weltraum. "Sie sind ganz allein und werden von außen nicht bedrängt, bekommen aber keine Hilfe." Klar, unser Planet steht unter Stress: Er würde 1,2 Jahre brauchen, um zu reproduzieren, was 6,5 Milliarden Menschen heute in einem Jahr konsumieren. Wir schlagen mehr Holz als nachwächst, fangen mehr Fische als gut ist und blasen mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre als unser Ökosystem aufnehmen kann. Kurz: Wir leben von der Substanz - genau wie die Osterinsel. Anders ausgedrückt: Der freie Markt und der Wettbewerb helfen uns nicht weiter, weil sie die Probleme verschärfen. Es sind moderne Mythen.

Ob er auch noch über die Börse geschrieben hat? Weiß ich noch nicht, denn nach dem Kapitel über den "Mythos vom freien Markt" habe ich das Buch zur Seite gelegt. Zu wenig Bilder, zu viel Text für meinen Geschmack Warum der Autor ein "Macher" ist, wie das ein Politiker auf dem Cover sagt, blieb mir bisher verschlossen. Aber das Beispiel hat mir gefallen.

PS: Ökosozial verantwortlich bin ich schon. Ich kaufe Sonnenaktien! Wenn die schon keine Rendite bringen, dann wenigstens ein gutes Gewissen. Ist doch auch etwas!

Das Anti-Video zum Thema: Der große Klima-Veränderungsschwindel (mit deutschen Untertiteln)

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Wer was tun will: Die Global Marshall Plan Initiative

Das Buch gibt es hier: Welt mit Zukunft. Überleben im 21. Jahrhundert


Permalink: Der Mythos vom freien Markt oder das Rätsel der Osterinsel

Tags: Klima  Osterinsel  Radermacher  Markt  Solar  Aktien 

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