Der Finanzvertrieb AWD wird sein schlechtes Image nicht los
Oktober 15th, 2007

Auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herrn schaue ich nun auch auf AWD. Ich mag weder die Aktie noch das Geschäftsprinzip nicht besonders. AWD hat sich darauf spezialisiert, unkundigen Menschen Finanzprodukte anzudrehen, die sie manchmal nicht brauchen und deren Renditen eher mittelmäßig sind. Was nicht verwundert: Schließlich wollen die Vermögensberater ja auch geld verdienen. Wenn sie es doch wenigstens so schlecht machten, dass ordentlich und vor allem immer mehr Gewinn dabei herausspringen würde! Aber selbst das gelingt denen nicht. Als Beleg verweise ich nur auf einen Vergleich der Aktie mit dem Dax seit 2005: Ein Trauerspiel. Und besser wird es auch nicht. Warum?
Eine Research-Bemerkung der Unicredit-Analysten fiel mir ins Auge: "Das Unternehmen hat eine klare Aussage zur Ausschüttungspolitik getroffen. In den kommenden Jahren soll jeweils mehr als das Nettoergebnis (wie schon für 2006) ausgeschüttet werden – wobei eine Cashposition von 100 Millionen gehalten werden soll." So weit so gut. Doch nun kommt es: "Weniger klar war die Aussage zur Guidance bezüglich der EBIT-Marge von 13,5% in 2008: Diese wurde weder bestätigt noch zurückgenommen. Das Unternehmen sieht einige Risiken, aber auch positive Faktoren. Inwiefern diese sich gegenseitig aufwiegen, ist aus Sicht von AWD noch nicht abzusehen, man will hierzu in nächster Zeit, mit einer bestätigten oder neuen Guidance, Stellung beziehen. Keine Anzeichen für eine schnelle Besserung in UK: Das Geschäftsmodell wird angepasst:. Im Bereich Wealth Management UK wird eine Kooperation mit einem sogenannten "Platform Provider" eingegangen, dieser übernimmt Verwaltung und Abwicklung der Vermögen. Unsere Schätzungen passen wir nach unten an."
Fazit: Zwar lautet die Empfehlung der Unicredit weiter auf Kaufen. Doch das Kursziel wurde von 38 auf 35 Euro gesenkt. Mag sein, dass die Aktie nun irgendwann anspringt. Als antizyklischer Investor könnte man darauf tippen. Schließlich beschwört der AWD wie andere seit Jahren den Wachstumsmarkt der Altersvorsorge. Doch offenbar hat weder der AWD noch MLP bisher dafür das richtige Konzept gefunden, dies auch in ein Wachstumsmodell für das eigene Unternehmen umzumünzen. Die nicht börsennotierte DVAG ist da offenbar wesentlich weiter.
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“AWD hat sich darauf spezialisiert, unkundigen Menschen Finanzprodukte anzudrehen, die sie manchmal nicht brauchen und deren Renditen eher mittelmäßig sind.”
Böse, aber wahre Worte. Masche versucht seinen Laden schon lange seriös zu machen. Im Gegensatz zu früher ist er es auch vergleichsweise … Die andere sind in der Hinsicht auch nicht besser.
Richtig Geld verdienen werden die nur, wenn der Trend wieder zu undurchschaubaren und teuren Produkten geht (wie der KLV früher). Das könnte die teilweise Steuererleichterung für KLVs im Rahmen der Abgeltungssteuer bringen. Bis dahin gibt es aber wohl auch die Mifid, die macht einen großen Teil des Vorteils (für AWD) wieder zunichte. Das bedeutet dann noch mehr Transparenz für die Verbraucher und noch mehr Probleme teure Produkte loszuwerden.