Der Euro – auf dem Weg zur Weltwährung?
Januar 11th, 2007

Fünf Jahre nach seiner Einführung kann der Euro stolz auf einen Rekord hinweisen – zum ersten Mal liegt der Wert aller Euro-Banknoten, die weltweit in Zirkulation sind, über dem der US-Dollar-Scheine. Dies soll als deutliches Zeichen für die Akzeptanz der Gemeinschaftswährung gedeutet werden.
Aber der Weg zu einer richtigen Weltwährung anstelle des US-Dollars ist noch lang:
Dass der Greenback international seinen Status als Leitwährung einbüßt, ist zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Der US-Finanzmarkt ist immer noch deutlich liquider und effizienter als der europäische. Auch der Handel mit Rohstoffen wie Ã-l dürfte auf absehbare Zeit weiter in US-Dollar abgewickelt werden. Dazu kommen in Europa Vorbehalte dagegen, die mit einer Leitwährung einhergehende Verantwortung zu übernehmen – obwohl die Europäische Zentralbank hier offener ist als früher die Bundesbank.
Wenn Sie mich fragen, wäre ich in dieser Hinsicht sehr, sehr vorsichtig mit der Euro-Euphorie. Unheimlich schnell kann sich das blatt wenden. Die Position des Euro als wichtige Anlage- und Finanzierungswährung ist unumstritten, seine Stabilität und wirtschaftliche Potenz auch. Aber momentan genießt der Euro sehr von dem – wechselhaften – Wind der Spekulation im Rücken. Ich kann mir gut vorstellen wie das latente Misstrauen und – doch – Uneinigkeit in Europa (in diversesten Fragen) sehr schnell zutage kommen, falls das schöne Wetter vergeht…
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