Das ewige Problem der europäischen (deutschen) Geldpolitik
September 11th, 2006

Seit sehr, sehr langer Zeit (so dass ich nicht alles persönlich erinnern kann, sondern mir das Wissen anlesen musste) hat die europäische und im Speziellen die deutsche Geldpolitik ein entscheidendes Hemmnis – sie ist zu sehr auf die Erhaltung von Preisstabilität fixiert.
Dieses Ziel war auch als (einziger) Grundsatz der Geldpolitik der Bundesbank festgeschrieben. Erst mit der EZB konnte diese rigide Einstellung etwas abgemildert werden, obwohl – wiederum durch die dominante Rolle und Präsenz der deutschen Chefvolkswirten und die "ehrwürdigen Tradition" der Bundesbank – diese Abmilderung noch viel zu vage ist. Noch habe ich (und nicht nur ich) das Gefühl, dass eine gesunde balance zwischen den Zielen Preisstabilität und Wirtschaftswachstum nicht gefunden und nicht praktiziert wird.
Neben der unpassenden Zielformulierung steht, wie ich finde die etwas veraltete und unpassende Fokussierung auf die Geldmenge als Determinante der Inflation.
Aber dies jetzt zur Seite …
Dass auch das Produktionspotential eine wichtige Rolle in den Modellen der EZB spielt, und dass die Zentralbank durch den Einfluss von Herrn Weber, Bundesbankpräsident und Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank, hier womöglich auch eine bedeutende Fehleinschätzung macht, wird in einem guten Beitrag auf Herdentrieb in einer Art "Offener Brief" dargestellt: Übertreiben Sie nicht, Herr Weber!
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