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Computergesteuerte Investments

abgelegt im Archiv Fonds am 17.08.06

Computergesteuerte Investments
Sie werden als neuer Hoffnungsträger gehandelt - computergesteuerte Fonds. Die sog. quantitative Investments sind aber nichts wirklich neues - sie werden seit vielen Jahren in den Investment-Abteilungen von großen Institutionen angewendet. Neu soll sein, dass Fonds, die eine auf computerisierte quantitative Verfahren basierende Anlagestrategie verfolgen, vermehrt für die privaten anleger zugänglich gemacht werden.

Die Welt widmet dem neuen "Trend" einen aktuellen Artikel: Computergesteuerte Fonds erobern den Markt

Unter den Vorteilen werden folgende aufgezählt:

"Sie stehen für objektive, disziplinierte Anlageentscheidungen und ermöglichen eine Simulation mit historischen Daten. Zudem hilft "Kollege Computer", die tägliche Informationsflut zu filtern und in Investmenttipps umzusetzen. Axa Rosenberg zufolge ist die Methode besonders bei Nebenwerten nützlich. Denn diese lassen sich nur schwer ständig und genau beobachten. Statt ein Heer an teuren - und subjektiv entscheidenden - Analysten auszusenden, filtert der Rechner interessante Titel aus der Masse der verfügbaren Aktien heraus".


Fairerweise wird im Artikel die "Diszipliniertheit" der Computer-Methoden auch als einer der größten Mankos bezeichnet. Die Börse ist nämlich kein rationales Spiel und die Kurse obliegen nicht einer steifen, in rigiden Kennzahlen gefassten Bewertung. Die Märkte verhalten sich allzu oft irrational, sodass ich sehr skeptisch bezüglich des langfristigen Erfolgs solcher Modelle bin.


Außerdem, wer, bitte schön, legt die Kriterien fest? Ich kann nicht umhin, den großen Kostolany genau bezüglich computergesteuerten Investments zu zitieren: "Mist rein, Mist raus".

Hört sich vielleicht zu hart an, aber es ist ja nicht der erste Versuch, die Börse durch quantitative, statistische und kennzahlen-orientierte Verfahren zu "bezwingen". Nicht nur, dass dies bisher nicht wirklich gelang, es ergaben sich häufig auch dramatische Folgen, wenn die Maschinen gleichzeitig Verkaufssignale generierten und ausführten. Dies wurde als einer der wesentlichen Gründen für den gigantischen Ein-Tages-Crash an der Wall Street 1987 angeführt.

Zur Begründung des entstandenen Interesses an die quantitativen Investments wird hauptsächlich auf "die Enttäuschung" von den klassischen Fonds/Fondsmanagern hingewiesen.

Man kann hierzu mit dem Kopf schütteln - das Publikum tendiert immer wieder, sich von kurzfristigen Performance-Kennzahlen zu beeinflussen. Vielleicht war die Zeit nur so, dass man die allgemeine Skepsis hätte ignorieren sollen, die die Investmententscheidungen vieler - auch oder sogar vor allem der Fondsmanager - bremste, und verstärkt auf die "reine" Fundamentalsituation hätte schauen müssen. Hätte!...

Aber die Zeiten ändern sich, und es wird bestimmt die Situation eintreten, bei der Fingerspitzengefühl und nicht die Kennzahlentabellen ausschlaggebend sein werden.

Und dann werden die Anleger nun von den computergesteuerten Investments enttäuscht sein.

Permalink: Computergesteuerte Investments

Tags: Computergesteuerte  Investments  Aktien  Fonds    investments  computergesteuerte+investments  wired+home 

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