Carry Trades oder warum wir uns Kredite nun in der Schweiz holen
Juni 3rd, 2007

Sie gehören zum Teufelszeug der modernen Finanzwelt: Carry Trades. In Japan oder der Schweiz leihe ich mir mein Geld, in Amerika investiere ich es. Klar, ist das riskant, weil sich Währungsrelationen verändern, aber so läuft das nun mal in einer globalen Wirtschaft. Im Februar wurden eine Menge dieser riskanten Zinsdifferenzgeschäfte im Schweizer Franken aufgelöst, stellt eberhard Unger von Fairesearch fest. Das drückte auch den Euro. Inzwischen seien die Carry Trades in der Niedrigzinswährung Schweizer Franken aber wieder aufgebaut worden. Dadurch sei der Franken gegenüber dem Euro auf ein neues Tief getrieben worden.
Die Schweizer Notenbank sähe die eigene Währung lieber stärker. Aber offenbar hat der Franken als Fluchtwährung für internationale Investoren ausgedient. Stattdessen findet die Geldflucht nun mit umgekehrten Vorzeichen statt – aus der Schweiz heraus. Wenn die Europäische Zentralbank demnächst die Leitzinsen erhöht, verstärkt sich der Trend vielleicht noch mal. Da bleibt den Schweizern wohl nichts anderes übrig, als ebenfalls die Zinsen zu erhöhen, wenn sie verhindern wollen, dass der Franken weiter fällt. Unger erwartet einen Zinsanstieg um einen Prozentpunkt. Nur so werden die Schweizer kredithungrige Europäer abschrecken und den ungeliebten Carry Trades vielleicht den Garaus machen.
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Was Carry Trades sind
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Nichts für schwache Nerven
Die Angst vor dem Carry-Crash
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Ein einstmals zeitweise bekannter Ökonom
Kategorien: Währungen



