Carry Trades - Lexikon voller Unwägbarkeiten
abgelegt im Archiv Währungen am 16.04.07

Carry Trades sind zum Synonym für ein schwer kalkulierbares risiko an den Finanzmärkten geworden. Worum geht es eigentlich?
Letztlich um das Ausnutzen von Kursdifferenzen. Am besten wird das an einem Beispiel klar. Angenommen ein Häuslebauer braucht einen Kredit über 500.000 Euro. Den könnte er natürlich bei der Bank um die Ecke aufnehmen, doch da zahlt er sicher fünf Prozent oder mehr an Zinsen. Er könnte den Kredit auch in Yen aufnehmen und dann in Euro umwandeln. Da zahlte er kurzfristig so gut nichts und langfristig viel weniger als hierzulande, weil die Zinsen in Japan extrem niedrig sind. Das Problem dabei: Die Rückzahlung. Denn bis dahin könnte sich der Kurs des Yen verändern. Ob er für oder gegen den Anleger läuft, ist um schwerer vorherzusagen, je länger der Kredit läuft. Dennoch werden solche Geschäfte in großem Stil gemacht - mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen übrigens. Mal mit satten Gewinnen, mal mit Verlusten. Eigentlich ist das ein typisches Geschäft für Profis, die an den Devisenmärkten voll durchblicken. Oder zumindest glauben, dass sie es tun. Doch auch viele Laien mit Halbwissen mischen mit. Inzwischen können Anleger sogar mit Zertifikaten diese Strategie für sich nutzen. Doch Vorsicht: Was so einfach erscheint, kann mörderisch daneben gehen, wenn man nicht aufpasst und die jeweilige Währung sich ganz anders entwickelt als erwartet.
Permalink: Carry Trades - Lexikon voller Unwägbarkeiten
Tags: Währungen Zinsen Euro Yen Kredit
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