Bundesbank gibt Heuschrecken-Alarm

April 29th, 2007

Bundesbank gibt Heuschrecken-Alarm

Was wäre eigentlich so schlecht daran, wenn ein Hedge-Fonds eine große deutsche Bank übernähme? So what! Es gibt keinen Grund davor zu warnen, wie das nun offenbar die bundesbank über den "Spiegel" tut. Ich glaube, da wird wieder nur mit der Angst vor etwas Unbekanntem gespielt.

Ich sehe kein Risiko für das Finanzsystem, nur weil eine bestimmte Gruppe Investoren vielleicht die eine oder andere Bank übernimmt. Hedge-Fonds sind als Gruppe keine Heuschrecken, die unkontrolliert über ihre Opfer herfallen und sie dann auffressen. Es sind auch keine Finanz-Rabauken, die immer nur Alles oder Nichts spielen. Diese Profis wollen auch nur, dass sich ihr Investment am Ende auszahlt – genauso wie jeder private Anleger.

Außerdem: Wir sollten auch die Bundesbank selbst nicht überschätzen. Die Einrichtung kennt zwar noch jeder, aber sie ist im Grunde genommen bedeutungslos geworden, seit es die Europäische Zentralbank (EZB) gibt. Um überhaupt noch mal in den Schlagzeilen aufzutauchen, müssen deren Mitglieder schon mit besonders absurden Thesen kommen. Oder auf einem In-Thema herumhacken. Hedge-Fonds bieten sich da geradezu an, weil die Politiker diese Investorengruppe schon seit einer Weile auf dem Kieker haben und demnächst noch einmal ins Visier nehmen wollen.

Mehr zum Thema:
Hedge-Fonds sind doch keine Heuschrecken


Kategorien: Fonds

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RSS Kommentare3 Kommentare

  1. Markus Schmidt

    Ich denke schon, dass Hedge-Fonds eine gewisse Gefahr in sich birgen.
    Denn Hedge-Fonds haben etwa ein Volumen von 1,5 Billionen USD, nehmen aber bis zum 10-fachen an Krediten auf. Wenn dann etwas mit den Krediten schief geht, kann dies auch Ruck-Zuck große Banken ins Straucheln bringen, oder gar umwerfen.

  2. Heidi P. Trabert

    Da muss man unterscheiden: Nicht jeder Hedge-Fonds nimmt Kredite auf, einige tun das, andere nicht. Nicht jeder Hedge-Fonds ist riskant ausgelegt: einige ja, andere nicht. Die politische Diskussion ist schwarz/weiß und bringt nichts, außer eine Anlagekategorie zu verteufeln. Soll doch der Anleger entscheiden, was er kauft. Entscheidend ist am Ende, dass er aufgeklärt wird. Da s wäre Aufgabe der Banken. Aber ob die das können? Ich bin sehr skeptisch.

  3. Markus Schmidt

    Die Gebührenstruktur der meisten in Deutschland angebotenen Produkte gibt dem Anleger keine faire Chance auf eine nachhaltig positive Wertentwicklung. Die gesamte fixe Kostenbelastung des angelegten Vermögens erreicht bei den meisten Produkten auf Dachfondsebene 4%. p.a. Zusätzlich fallen in aller Regel sowohl auf Dach- als auch auf Zielfondsebene einseitige Erfolgsbeteiligungen an. Die gesamte Kostenbelastung auf Dachfondsebene kann schnell 5% p.a. übersteigen; angesichts solcher Zahlen sind Hedge Funds momentan allenfalls für deren Produzenten und Distributoren interessant.
    Neben den unfairen Kosten ist das enttäuschende Abschneiden von Hedge Funds in den letzten Jahren auf die schwindende Profitabilität der zu Grunde liegenden Handelsstrategien zurück zu führen. Das in Hedge Funds verwaltete Anlagevolumen ist massiv gestiegen und hat zu einer Erosion der Erträge geführt. Zu viel Geld jagt zu wenige profitable Anlagemöglichkeiten und selbst ehedem stabile Ertragsquellen sind mittlerweile versiegt.

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