Bernanke versus Greenspan?
abgelegt im Archiv Gesamtmarkt am 08.03.07
Die neuesten Aussagen von alan greenspan haben einerseits möglicherweise die Korrektur etwas beschleunigt, andererseits für so mancher die Authorität von Ben Bernanke angekrazt.
Das sehe ich wie Mark Schrörs vom FTD-Blog Wirtschaftswunder nicht so. Mark Schrörs schreibt einen kurzen Beitrag zu diesem "Spannungsverhältnis", das eigentlich keines ist:
Erstens liegen Bernanke und Greenspan wohl gar nicht so weit auseinander, wie es auf den ersten Blick erscheint: Beide halten offensichtlich eine "sanfte Landung" für das mit Abstand wahrscheinlichste Szenario. Aber das heißt eben nicht, dass sie nicht über andere Szenarien nachdenken. Greenspan ist sicher etwas deutlicher, wenn er das Wort "Rezession" in den Mund nimmt - aber das kann er auch, da er eben nicht mehr Fed-Chef ist.
Aber auch Bernanke hat wiederholt darauf hingewiesen, dass es große Risiken für die US-Wirtschaft gibt - namentlich die Korrekturen am US-Häusermarkt, die doch noch deutlich größere negative Folgen haben könnten, als es sich bislang bzw. derzeit abzeichnet. Tatsächlich lässt sich eine Rezession nie ganz ausschließen, zumal nach einem so langen Aufschwung. Dass die Märkte Bernanke so auf den Goldlöckchen-Teil seiner Konjunktureinschätzung reduzierten, kann man ihm kaum anlasten.
Zweitens ist die Sorge wohl unbegründet, dass die Märkte auf Bernankes Vorgänger mehr hören könnten als auf ihn. Nach seinem sicher holprigen Start hat sich Bernanke viel Vertrauen und Glaubwürdigkeit erarbeitet - nicht zuletzt, weil er den Aufgeregtheiten in Sachen Wachstum in die eine wie die andere Richtung stets widerstanden hat. So schnell erleidet er da jetzt keinen Imageschaden.
Ben vs. Alan
Und am Ende auch doch ein Gefallen, das der "alte Magier" Bernanke gemacht haben kann:
Letztlich kommt es Bernanke & Co. vielleicht sogar ganz gelegen, dass Greenspans Kommentare dazu beigetragen haben, den Märkten einen gesunden Dämpfer zu verpassen. Wie andere Notenbanker weltweit hat auch Bernanke in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder erklärt, die Marktteilnehmer hätten sich angesichts des starken Weltwirtschaftswachstums dazu verleiten lassen, bestehende Risiken zu unterschätzen.
Aber auch Bernanke hat wiederholt darauf hingewiesen, dass es große Risiken für die US-Wirtschaft gibt - namentlich die Korrekturen am US-Häusermarkt, die doch noch deutlich größere negative Folgen haben könnten, als es sich bislang bzw. derzeit abzeichnet. Tatsächlich lässt sich eine Rezession nie ganz ausschließen, zumal nach einem so langen Aufschwung. Dass die Märkte Bernanke so auf den Goldlöckchen-Teil seiner Konjunktureinschätzung reduzierten, kann man ihm kaum anlasten.
Zweitens ist die Sorge wohl unbegründet, dass die Märkte auf Bernankes Vorgänger mehr hören könnten als auf ihn. Nach seinem sicher holprigen Start hat sich Bernanke viel Vertrauen und Glaubwürdigkeit erarbeitet - nicht zuletzt, weil er den Aufgeregtheiten in Sachen Wachstum in die eine wie die andere Richtung stets widerstanden hat. So schnell erleidet er da jetzt keinen Imageschaden.
Permalink: Bernanke versus Greenspan?
Tags: Bernanke Greenspan Warnungen Rezession Konjunktur
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