Beate Uhse schiebt schlappe Zahlen auf einen alten Wasserschaden

August 14th, 2007

Beate Uhse schiebt schlappe Zahlen auf einen alten Wasserschaden

Ein kleiner Nachtrag zu beate uhse: Das angeblich weltweit größte Unternehmen im Erotik-Business, mit Niederlassungen in 15 Ländern und Aktivitäten in 60 Märkten, hat im ersten Halbjahr schlecht verdient. Der Analyst Klaus Kränzle von GSC-Research in Düsseldorf rät daher weiter, die Aktie zu verkaufen. Sein Kursziel für die nächsten zwölf Monate hat er nochmals gesenkt: von 3,64 Euro auf 3,30 Euro. Was ist da bloß los?

Verantwortlich für die schwachen Zahlen sei vor allem der Versandhandel, schreibt Kränzle. Ein Wasserschaden von Ende 2006 wirke noch nach, weil dieser das Vertrauen der Kunden beeinträchtigt habe. Dieses sei noch nicht wieder vollständig wiederhergestellt. Das ist eine merkwürdige Begründung, über die sich Konkurrenten daher auch lustig machen. Womöglich ist die Ursache aber eher, dass Beate Uhse im Versandhandel einfach zu teuer ist – Preise lassen sich im Internet ja leicht vergleichen.

Kränzle rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz von 275 Millionen Euro und nächstes Jahr mit 282 Millionen Euro. Der Reingewinn werde jedoch mit 6,3 Millionen Euro deutlich niedriger als 2006 ausfallen, als es immerhin noch 9,7 Millionen Euro waren. Auch im kommenden Jahr erwartet Kränzle nur einen Gewinn von 8,2 Millionen Euro. Für ein Unternehmen, das nicht wächst, ergeben sich dadurch viel zu hohe Kurs-Gewinn-Verhältnisse von mehr als 25 für dieses und 19 für das nächste Jahr. Versöhnen mag da auch nicht die Dividendenrendite von 2,9 Prozent. Ob das wirklich eine Absicherung nach unten bleibt, darf noch bezweifelt werden.

Nur Liebhaber geben sich mit dieser Aktie ab. Das Unternehmen muss wohl erst völlig neu aufgestellt und ausgerichtet werden, damit der Aktienkurs wieder Beine bekommt. Das ist vorerst nicht in Sicht. Kränzle ist nicht ganz so negativ. Er sieht zwar weiter Unwägbarkeiten, aber auch schon Anzeichen für "eine operative Bodenbildung". Wenngleich auch er festhält: "Bis zur Rückkehr auf einen profitablen Wachstumskurs ist aber noch einiges zu tun." Wie wahr!

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