Beate Uhse oder warum die neue Erotikshop-Konkurrenz so unerhört günstig ist

August 14th, 2007

Beate Uhse oder warum die neue Erotikshop-Konkurrenz so unerhört günstig ist

Sex sells. So heißt es jedenfalls. Dennoch ist die Erotikbranche kein gutes Geschäftsfeld für Anleger – jedenfalls wenn sie auf Kurssteigerungen aus sind. Der Marktführer in Europa, beate uhse, hat zwar in jedem Jahr große Pläne. Doch bisher ist die Börsengeschichte der Aktie eine einzige große Enttäuschung. Wahrscheinlich liegt das daran, dass Beate Uhse schlecht geführt ist und bis vor kurzem so gut wie keine Konkurrenz hatte. Das verführt zu Trägheit, zumal man mit traumhaft hohen Margen arbeiten konnte.

Wie fantastisch die Gewinnmargen sind, führt den Käufern von Erotikartikeln gerade ein pfiffiger neue Konkurrent vor Augen, die Eis.de GmbH aus Bielefeld. Um auf sich und ihr Portal erotikshop.de aufmerksam zu machen, schicken sie gerade – völlig ungebeten und offenbar breit gestreut – dicke Pakete an Journalisten. Enthalten sind Sex-Artikel, die bei Beate Uhse etwa hundert Euro kosten würden. Bei Eis.de kosten eine Dildokollektion, eine Liebespuppe, Gleitcreme und ein paar Superkondome rund zehn Euro. Wie ist das möglich?

"Als wir vor zwei Jahren nach Geschäftsfeldern gesucht haben, stießen wir schnell auf den Erotikmarkt und wunderten uns, warum hier zum Beispiel eine "bebilderte Luftmatratze" 99 Euro und ein vibrierendes "Stück Plastik" bis zu 130 Euro kosten soll", schreibt Geschäftsführer Sven Wöhler den soeben beschenkten Journalisten in einem zweiseitigen Brief. "Nach ersten Gesprächen mit möglichen Lieferanten wurde uns schnell klar, dass wir auf einen Markt mit bis zu 2000 Prozent Aufpreis und somit riesigen Gewinnmargen gestoßen sind, der jedoch den Regel der Marktwirtschaft in den letzten Jahrzehnten scheinbar nicht so folgen musste, wie der Rest."

Klar, dass den Platzhirschen nicht gefällt, was da auf sie zukommt. Wöhler berichtet von Druck auf Lieferanten, Anfeindungen gegen Mitarbeiter, Klagen durch Konkurrenten. Dennoch laufen die Geschäfte von Eis.de offenbar. Warum? Wenn Beate Uhse einen Vibrator für 30 Euro verkauft, verdiene der Hersteller aufgrund des geringen Einkaufspreises nur wenige Cent. "Bei uns ist der Wareneinsatz bei jedem Produkt aufgrund der kleinen kleineren Gewinnmarge erheblich größer und der Hersteller verdient so im Ergebnis mehr", sagt Wöhler. Klar, denn er verkauft die gleiche Ware ja für weniger Geld.

"Ein, wie man meinen sollte, in der freien Marktwirtschaft völlig natürlicher Vorgang. Anscheinend aber nicht für die Erotikbranche", schreibt Wöhler – und nun kommt mein Lieblingsabschnitt: "Hier werden wir dafür offen als "unendlich dumm" bezeichnet und mit Belieferungsverboten belegt. Und warum? Anscheinend nur, weil wir "die Regeln sprengen"!" Und welche? Die Konkurrenz nicht zu unterbieten…

Wöhlers Brief zeigt mir, dass es um Beate Uhse ist es schlecht bestellt. Schon in der Vergangenheit war das Unternehmen nicht in der Lage, die hohen Margen zu nutzen. Das wird künftig immer weniger der Fall sein.

Chart und Nachrichten zu Beate Uhse
Eis.de
Der neue Konkurrent: Erotikshop

Blogs zu Beate Uhse
eins
zwei


Kategorien: Kontaktbörse

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RSS Kommentare1 Kommentar

  1. Bernd

    teilweise sind die dessous besonders in den unteren Preisklassen nichtvon guter Qualität,das kenne ich von Orion und co anders

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