Bahn: Börsengang für 4,5 Milliarden Euro
September 27th, 2008

© Oberau-Online
Ich gestatte mir einfach mal eine polemische Bemerkung. Denn wenn ich Sätze wie Börsengang der Bahn könnte 4,5 Milliarden Euro erbringen, dann frage ich mich ernsthaft, was die Deutsche Bahn denn überhaupt mit dem vielen Geld anfangen möchte. Schon jetzt werden zahlreiche Strecken geschlossen, es werden Preise erhöht und Servicepauschalen erhoben – allesamt Punkte, die nicht unbedingt Image förderlich sind.
Die mit der Emission der Aktie beauftragten Banken, darunter die Deutsche Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley, schätzten den Wert der Bahn-Tochter "Mobility Networks" auf gut 20 Milliarden Euro wie DW-World berichtet. Nun ist es aber so, dass lediglich ein Viertel der Bahn privatisiert werden soll, was demnach einen Erlös von fünf Milliarden Euro bedeuten würde.
Aufgrund des angespannten finanziellen Situation kann aber ,den Schätzungen zufolge, noch ein Abschlag von zehn Prozent einkalkuliert werden, was summa summarum zu den oben genannten 4,5 Milliarden Euro führt.
Ob die Prognosen zutreffen? Wir werden sehen, wenn die Aktien am 27. Oktober in den Handel kommen.
Kategorien: News




Ganz einfach: Mit dem Erlös werden Darlehen vorzeitig abgelöst. Der eingesparte Zinseszins wird in Form eines Marketing-Gags als “emissionsbedingte Rendite” verkauft. Dazu gibt es für jeden Aktionär eine Wundertüte mit feinstem Saharasand von Maspalomas auf Gran Canaria, wo die schönen TUI-Hochhäuser stehen.
Anschließend werden weitere 10.000 Mitarbeiter gemobbt und ein Wettbewerb auf führerlose Zugmaschinen für ausgewählte Strecken ausgelobt. Die Witwenpension nach dem Tod eines verunglückten Lokomotivführers mit 12 Kindern eignet sich nicht als Witz des Tages auf einer Aktionärsversammlung.
Hans Kolpak
Jura-Weblog.de