Auf Schatzsuche in Nebenwerten – zehn Tipps für Spekulanten
Mai 20th, 2007

Unternehmen mit einem Börsenwert von weniger sind für die meisten großen Investoren uninteressant. Rein kommt jeder Profi zwar gut, doch wieder raus oft nur schwer. Viele Banken beobachten kleine Werte daher auch gar nicht – im Gegensatz zu Börsenbriefen, Börsenmagazinen und selbsternannten Börsengurs. Worauf zu achten ist, hat die erfahrene Börsenjournalistin beate Sander in ihrem neuen Buch "Stock-Picking mit Nebenwerten" aufgeschrieben. Auf ihrer Grundlage habe ich leicht verändert zehn Tipps für den Umgang mit Nebenwerten formuliert.
1. Gewinne laufen lassen – Verluste begrenzen
Theoretisch einfach, praktisch schwierig, aber in jedem Fall aller Erfahrung nach besser, als Verluste auszusitzen oder schon kleine Gewinne mitzunehmen. Gewinner bleiben dies oft länger als vermutet, genauso wie Verlierer länger als gedacht leiden.
2. Breit gestreut – nie bereut
Das heißt: In unterschiedliche Indizes investieren, verschiedene Länder und Regionen berücksichtigen, nicht das ganze Geld auf einmal anlegen und Branchen rotieren lassen.
3. Wichtige Kennzahlen beachten
Dazu zählen Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV), Kurs-Buchwerte und das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis genauso wie die diversen Gewinnziffern vor Steuern. Vor allem aber ist die Historie der Gesellschaft interessant. Das lässt die besten Rückschlüsse auf die Zukunft zu.
4. Den Kursverlauf analysieren
Ein Blick auf den Chart lohnt immer, ein bisschen technisches Wissen schadet nicht. Oft beißt sich eine Aktie an bestimmten Marken fest.
5. Aus Fehlern lernen
Unser Gehirn macht uns oft einen Strich durch die Rechnung: "Aus Angst, den Buchgewinn zu verspielen, werden chancenreiche Aktien zu früh verkauft. Umgekehrt wird an verlustreichen Titeln hartnäckig festgehalten. Dieser Verdrängungsprozess gipfelt darin, bei Verlusten extrem risikofreudig zu sein und bei Gewinnen wie ein Angsthase zu reagieren. Durch Prahlen mit früheren Erfolgen wird in Krisenzeiten unnötig Druck aufgebaut", schreibt Beate Sander.
6. Attraktive Dividenden mitnehmen
Eine üppige Ausschüttung ist ein wichtiges Argument für eine Aktie, aber nicht das einzige. Zu beachten ist, dass auch schwache Unternehmen gelegentlich eine Zeitlang gut ausschütten.
7. Im Zweifel antizyklisch handeln
"Nur wer gegen den Strom schwimmt, kann zur Quelle vorstoßen", schreibt Beate Sander. "Nur tote Fische und Mitläufer treiben mit dem Strom." Antizyklisch zu investieren bietet sich etwa an, wenn ein Titel wegen eines Gerüchts, übertriebener Schwarzmalerei, im Rahmen einer Korrektur oder wegen der Verluste eines Konkurrenten deutlich im Kurs gefallen ist.
8. Nur das kaufen, was man kennt und versteht
Für diese Strategie steht der beste Investor der Welt: Warren Buffett.
9. Bei einem Crash nicht die Nerven verlieren
Dies ist leicht gesagt als getan. Beherzten Investoren empfiehlt Autorin Beate Sander, nach einem Kurssturz auf gute, solide Aktien zu schauen, die unverhältnismäßig stark abgestürzt sind.
10. Wachstumsmärkte beobachten
Dazu zählen derzeit: Neue Energien, Rohstoffe, Biotech oder Medizintechnik. Für schwierig hält sie Stockpicking bei ausländischen Nebenwerten, weil es schwieriger sei, an Informationen zu kommen, die ein gutes Urteil ermöglichen.
Kategorien: Buchtipp



