Asian Bamboo: Erstzeichner entblättern chinesischen Bambus
abgelegt im Archiv Rohstoffe am 18.11.07
Bambus in den Garten? Tun Sie das bloß nicht! Dann haben Sie es zwar immer grün. Doch ich weiß aus leidvoller Erfahrung, was das bedeutet: Wurzeln, die immer wieder ausschlagen, sich wild ausbreiten und ungewöhnlich robust sind. Zugegeben, die Werbung der Gartencenter klingt verlockend: "Bambusse sind ungewöhnlich faszinierende Pflanzen, die sich trotz ihrer exotischen Herkunft auch in unseren mitteleuropäischen Gärten sehr wohl fühlen. Viele der 47 Arten mit weit über 1000 verschiedenen Sorten sind auch frosthart genug, um unsere Winter unbeschadet überstehen zu können." Doch was uns im Garten nervt, freut uns vielleicht bald als Anleger. Denn Bambus schwimmt nicht nur auf der grünen Welle, die erste Firma ist auch gerade an der Börse gestartet. Leider ist es ein Chinese: Asian Bamboo.
Ich sage leider, denn das erhöht das Risiko, auch wenn die Gesellschaft große Pläne hat und hierzulande ihre Börsennotiz aufgenommen hat. Es bleibt das Gefühl: Hier ist eine Gesellschaft, die arbeitet weit weg und warum sie großartige Gewinnmargen hat, verstehen wir nicht wirklich. Außerdem könnte dem natürlich zu jeder Zeit durch eine unberechenbare Verwaltung in China der Garaus gemacht werden.
Deshalb bin ich auch kein glühender Anhänger von Asian Bamboo, die gerade am vergangenen Freitag ihr Börsendebüt verpatzten: Von 18,5 Euro zu Beginn auf 16,5 Euro am Ende des Tages Hier spielt auch mit, dass im Moment alle mit China-Aktien zocken und auf schnelle Gewinne hoffen. Das war aber hier nicht drin, zumal die Preisspanne ohnehin extrem ausgereizt worden ist.
Was Bambus alles kann, wie vielseitig dieses Gewächs ist, das finde ich faszinierend. Doch die Aktie kaufen nur sehr risikobereite Anleger, die kein Problem haben, heute teuer einzusteigen - in der Hoffnung, dass sich alle Wachstumsträume erfüllen. Kann sein, denn Bambus wächst extrem schnell - 25 Meter in zwei Monaten. Genau darin liegt sein Vorteil gegenüber vielen anderen Holzarten.
Wie ich in "Euro am Sonntag" lese, kommt Bambus nun auch verstärkt in Textilien. Das läuft unter dem Label "Ökomode". Denn aus Bambus lässt sich ein weicher, nahezu seidenähnlicher Stoff herstellen. In Kombination mit der robusten Baumwolle bilde Bambus daher ein ideales Ausgangsmaterial für Shirts.
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Tags: Bambus Holz Energie Klima Garten
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