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Allgeier oder warum Zeitarbeit eine Wachstumsbranche ist

abgelegt im Archiv Börsentipp am 10.08.07

Allgeier oder warum Zeitarbeit eine Wachstumsbranche ist
Der Name führt völlig in die Irre: allgeier. Dass sich dahinter ein stark wachsendes Zeitarbeitsunternehmen verbirgt, hätte ich wirklich nicht vermutet. Im Prinzip geht Allgeier wie eine Beteiligungsgesellschaft vor, die auf eine bestimmte Branche spezialisiert ist. Das ist offenbar derzeit eine beliebte Methode, um größer zu werden und sich als eine wichtige Nummer im jeweiligen Markt zu etablieren. Gemessen an den Umsätzen funktioniert das auch meist schnell. Das Problem sind eher die Gewinne. Und da hapert es auch bei Allgeier noch. Deshalb ist das Unternehmen auch mit weniger als 100 Millionen Euro bewertet. Warum lohnt wömöglich ein Kauf?



Der Umsatz wird sich in diesem Jahr erneut verdoppeln. Deshalb musste der Vorstand im Juli seine Prognosen anheben. "Wir beschleunigen unser Wachstum durch den Zukauf exzellenter Unternehmen, deren Identität wir beibehalten wollen", erklärt Vorstandschef Carl Georg Dürrschmidt das Geschäftsprinzip. "Unseren Geschäftsführern gewähren wir große Freiheiten. Wir verbinden dadurch die Vorteile aus dezentralem Unternehmertum mit der Schlagkraft einer starken, börsennotierten Gruppe." Auch organisch wächst Allgeier stark, weil flexible, zeitweise einsetzbare Mitarbeiter offenbar sehr gefragt sind - gerade in konjunkturell guten Zeiten. Und selbst kleinere Zeitarbeits-Unternehmen nun durch den Anschluß an die Allgeier-Gruppe auch große Aufträge annehmen können.

Letzlich ist Allgeier eine Wette auf weiteres Wachstums. Wenn sich der Umsatz in den nächsten Jahren wie gewünscht verdoppelt, sollte dies auch der Gewinn tun - stabile Margen vorausgesetzt. Noch besser wäre, wenn die Margen stiegen, doch da machte der Vorstandschef zuletzt nicht soviel Hoffnung. Man sollte nicht aus dem Auge verlieren: Allgeier ist ein Dienstleister - und da sind die Margen nur für besonderen Service, den nicht jeder bringt, überdurchschnittlich hoch. Nach Steuern rechne ich da eher mit drei Prozent Marge. Und das ist noch optimistisch. 2006 waren es sogar noch weniger: Nur 2,5 Millionen Euro Gewinn - bei 166,7 Millionen Umsatz. Das entspricht einer Umsatzrendite von mageren 1,5 Prozent. Da wachsen die Bäume wahrlich bisher nicht in den Himmel. Und gemessen daran wäre die Aktie teuer.

Angenommen es bleiben in diesem Jahr fünf Millionen Euro unter dem Strich übrig. Dann wäre die aktuelle Börsenbewertung immer noch ambitioniert, mit einem KGV von knapp 20. Wachstum allein reicht nicht für ein gutes Investment, auch die Gewinne müssen auf Dauer stimmen.

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Tags: Zeitarbeit  Aktien  Börse 

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