ABN Amro hat die Zauberformel von Greenblatt in vier Zertifikate gehext

Juli 23rd, 2007

ABN Amro hat die Zauberformel von Greenblatt in vier Zertifikate gehext

Zaubern macht Spaß. Das weiß ich, seit ich Joel Greenblatts Buch über die Zauberformel gelesen habe. Daher behalte ich seine Ideen im Auge und schaue ich gelegentlich auch auf die Internetseite von Greenblatt. Das Büchlein haben auch einige Profis gelesen, zum Beispiel jene aus der Zertifikate-Abteilung von ABN amro. Die haben gleich vier Indizes daraus konstruiert, auf denen dann vier Zertifikate basieren. Das finde ich eine gute Idee, weil sie uns Anlegern natürlich die eigene Rechenarbeit abnehmen. Mir gefällt nur nicht, dass wir als Anleger den Banken soviele Gebühren dafür hinterhertragen. Es ginge ja auch, die einzelnen Aktien selbst zu kaufen.

ABN Amro schreibt: "Im modernen Value Investing werden Aktien von Unternehmen identifiziert und berücksichtigt, die für Anleger eine gute Kaufgelegenheit darstellen und deren Geschäft sich gleichzeitig gut entwickelt. Anlagen in günstige Aktien sind die Grundidee der klassischen wertorientierten Anlagetheorien (wie zum Beispiel von Benjamin Graham und David Dodd). Aktien werden zu einem Abschlag gegenüber ihrem Substanzwert (d.h. der Wert des Unternehmens auf Basis der erwarteten Ausschüttung) gekauft, um überdurchschnittliche Marktrenditen zu erzielen. Dieser logische Ansatz ist empirisch belegt. Heutzutage findet man jedoch nur selten börsennotierte Unternehmen, die zu einem solchen Abschlag gehandelt werden. Daher ist ein solcher Ansatz nicht praktikabel und wurde durch andere bekannte wertorientierte Anleger wie Warren Buffett und Joel Greenblatt dahingehend erweitert, "ein hervorragendes Unternehmen zu einem vernünftigen Preis zu finden".

Aus den vier Ländern und Regionen – Deutschland, Schweiz, USA und Europa – werden jene Unternehmen ausgewählt, deren Aktien aufgrund zweier maßgeblicher Kennzahlen, die "Gewinnrendite" und die "Kapitalrendite", Anlegern die attraktivste Bewertung aufweisen in jeweils einem Index vereint. Damit ist es Anlegern erstmals möglich über Zertifikate die Value Strategie bequem und kosteneffizient auf die internationalen Aktienmärkte anzuwenden.

Die Indexmethodik im Detail:
1. Die Unternehmen des Universums werden nach der Kapitalrendite sortiert.
2. Die Unternehmen des Universums werden nach der Gewinnrendite sortiert.
3. Die Unternehmen mit dem kombinierten höchsten Ranking qualifizieren sich für die Indexaufnahme.
4. Die 20 Unternehmen mit dem höchsten Ranking werden mit jeweils 5 % gleich gewichtet in den Index aufgenommen.
5. Jährliche Überprüfung der Zusammensetzung anhand der genannten Kriterien.
6. Dividendenausschüttungen der Unternehmen werden im Index reinvestiert.

Folgende Value Strategy Indizes stehen zur Auswahl:

ABN AMRO Deutschland Fundamental Value TR Index
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ABN AMRO Europa Fundamental Value TR Index
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ABN AMRO Schweiz Fundamental Value TR Index
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ABN AMRO USA Fundamental Value TR Index
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Kategorien: Zertifikate

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RSS Kommentare3 Kommentare

  1. egghat

    Habe ja damals schon kritisiert, dass *ich* das Buch für wertlos halte (obwohl es im Prinzip richtig ist), weil die Berechnung der Kapitalrendite nicht 100% genau dokumentiert ist und gewisse Bereinigungsfaktoren unklar bleiben. Jetzt wissen wir auch warum: Es soll nicht jeder nachbauen können und Greenblatt will sich die Knete lieber selber einstecken (er bekommt garantiert einen ganzen Teil der jährlichen Managementgebühr selber …).

    Bye egghat

  2. Müller-Lanzl

    Die Idee über die Gewinnrendite und Kapitalrendite aussichtsreiche Aktien zu “Schnäppchenpreisen” zu kaufen, ist nicht neu, aber natürlich richtig.
    Es ist nur ein Problem eine Liste zu erhalten,in welcher diese beiden Parameter enthalten sind.
    Greenblatt bietet über magicformulainvesting.com eine Auswahl amerikanischer Aktien an, die sicher nicht jeder deutsche Aktionär kennt.Vielleicht weiß aber Jemand , wo ich eine solche Liste finden kann?

  3. egghat

    Meines Wissens gibt es diese Liste nirgends, weil sie auch nur vom Autor selber erstellt werden kann, da das Verfahren nicht 100% dokumentiert ist.

    Also Zertifikat kaufen oder dem Menschen mit seiner magischen Zauberformel einen Stinkefinger zeigen und einen Fonds von Lingohr oder Huber kaufen. Die machen im Endeffekt etwa ähnliches (wie auch Buffet). Die nennen das nur nicht hochtrabend Zauberei, sondern Fundamentalanalyse.

    Ich reagiere auch den Grennblatt etwas allergisch. Nicht weil er ein Verfahren vorstellt, das nichts taugt (auch wenn es alter Wein in neuen Schläuchen ist), sondern weil er was verspricht (eine Zauberformel vorzustellen), was es dann nicht hält (weil sie nicht vollständig dokumentiert wird). Ich könnte etwas härter auch das Wort Vera****e in den Raum stellen.

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